kai-cycling-australia

Hallo! Hier werde ich euch über meine Erlebnisse auf meiner Fahrradreise durch Australien unterrichten und auch eventuell einige Fotos veröffentlichen! Viel Spass beim lesen + hinterlasst doch vielleicht auch ein paar Kommentare! Gerne könnt ihr mir natürlich auch an meine bekannte Adresse e-mails schreiben! Kai

Mittwoch, Februar 28, 2007

Katherine Gorge (Nitmiluk) National Park

Hallo!
Wie versprochen kommen heute die Fotos aus dem Katherine Gorge National Park von gestern. Es handelt sich dabei um einen Canyon, der vom Katherine River in die Felsen geschnitten wurde. Der komplette Park ist vor ein paar Jahren wieder in den Besitz der urspruenglichen Eigentuemer, den Yawron-Aboriginals, uebergegangen, nachdem er ihnen damals von den ersten europaeischen Siedlern einfach genommen worden war. Somit gehen die Einnahmen der Touren dort auch an diese urspruenglichen Eigentuemer, welche sich um den Erhalt der einzigartigen Natur dort kuemmern.

Die Tour fuehrte durch 2 der 13 "Gorges" (heisst soviel wie Schlucht oder Tal) und es war beeindruckend zu sehen, wie tief sich das fliessende Wasser im Laufe der Millionen Jahre in den harten Felsen gefressen hat.





Tiermaessig soll es dort sehr viele Suesswasserkrokodile geben, jedoch war fuer mich natuerlich wieder keines zu entdecken :-( Salzwasserkrokodile verirren sich wohl nur sehr selten in diesen Bereich des Katherine River(erst 3 Stueck in den letzten 15 Jahren). Sonst gibt es dort maechtig viele Wallabies wie ueberall hier in der Gegend und auch viele verschiedene Vogelarten. Auf der Tour selber habe ich allerdings nur diesen hier gesehen(siehe Foto unten), der sich mit ausgebreiteten Fluegeln trocknen liess sowie auf der Heimfahrt ich einen Wedgetail-Eagle, ein wirklich riesiger Adler, der direkt neben der Strasse sass!(leider konnte ich von ihm so schnell kein Foto machen, da ich selbst so ueberrascht war...aber bei google findet man Bilder)



So, morgen werde ich weiter in Richtung Norden, hoechstwahrscheinlich bis nach Pine Creek fahren, dann uebermorgen bis Adelaide River und den naechsten Tag bin ich dann in Darwin :-)

Viele Gruesse
Kai

Dienstag, Februar 27, 2007

Endlich mal wieder ein wenig Zivilisation+Good News!!!

Hallo Leute,
heute schreibe ich meinen Bericht aus Katherine, wo ich seit bestimmt zwei Wochen mal wieder in einem richtigen Bett schlafen kann und sogar Klimaanlage und eigenen Kuehlschrank im Zimmer habe!!!

Nachdem ich gestern angekommen bin und mir mein Quartier gesucht hatte, versuchte ich auch gleich mal, meine Nachrichten auf dem AB abzuhoeren. Doch leider hatte diese besch..... Mailbox alle Nachrichten bereits geloescht, die aelter als eine Woche waren!!! Ich habe dann noch versucht, an der Hotline Hilfe zu erhalten, doch dort war nur ein Typ mit heftigem Akzent am Start der meine Angaben erst beim 5ten Mal verstanden hat und mir im Endeffekt nur geraten hat, dass ich zu einem OPTUS-Shop gehen soll mit meinem Problem. Witziger Typ irgendwie. Der naechste Laden ist mit Sicherheit erst wieder in Darwin anzutreffen und das sind noch etwas mehr als 300km von hier aus!

Also kann jetzt ruhigen Geweissens jeder behaupten, er haette mir auf den AB gesprochen zu meinem Geburtstag. Kann es ja nicht mehr nachvollziehen...

Hier in Katherine werde ich nun erstmal 4 Tage naechtigen und mal wieder ein wenig die Zivilisation geniessen. War die letzten Wochen echt hart ohne Laden in der Naehe wo man alles bekommt was man moechte und dann noch zu einigermassen guenstigen Preisen. Fuer morgen habe ich eine kleine Tour gebucht in den Nitmiluk-Nationalpark mit Bootstour. Soll eine sehr schoene Tour sein und ich lasse mich mal ueberraschen...

Nun die good News aus Germany: Kai hat einen Platz im Seminar Hannover bekommen, sodass er nicht seine Wohnung raeumen muss und eventuell sogar an seiner Lieblingsschule in Pattensen seinen Vorbereitungsdienst absolvieren kann :-) Darueber freue ich mich natuerlich SEHR!

Ach ja, aktueller Kilometerstand betraegt 6950km ;-)

Viele Gruesse nach Hause
Kai

P.S.: Ueberlege uebrigens von Darwin aus mit dem Ghan(Zug)nach Adelaide und von dort aus mit dem Indian-Pacific nach Sydney zurueckzufahren. Kostet zwar etwas mehr als fliegen, aber ist mit Sicherheit das schoenere Erlebnis...

P.S.: Morgen nach der Tour gibts bestimmt mal wieder ein paar schoene Fotos hier zu entdecken fuer euch :-)

Donnerstag, Februar 22, 2007

Neuartige "Flow-Erlebnisse", einsamer Geburtstag und absolute Kommunikationslosigkeit...

Hallo liebe Leser!

Ich kann mich endlich mal wieder melden :-)
Bin seit gestern in Elliott und fahre morgen weiter.

Mein Aufbruch von Mount Isa aus am Donnerstag war anfangs noch von vollem Eifer und guter Laune gepraegt, da die mir angekuendigten Berge auf meinem Weg nicht so wild waren, wie ich befuerchtet hatte. Also entschied ich, die Strecke bis nach Camooweal in einem Stueck zu fahren. Eine sehr schwerwiegende Entscheidung wie sich spaeter herausstellen sollte...
Laut meiner Landkarte sollten es 188km sein, am Ende jedoch standen 204 auf meinem Tacho. Die Fahrt wurde ab etwa dem 160sten km immer beschwerlicher. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Und da ich meinem Koerper was Gutes tun wollte, trank ich die ganze Zeit was das Zeug hielt. Und das war auch den ganzen Ritt ueber kein Problem, da ich genuegend zu trinken dabeihatte(ueber 20 Liter). Das Problem begann, als ich nur noch pures Wasser uebrig hatte und meine Orangen-Konzentrat-Flasche leer war. Also warmen Orangensaft kriege ich ja problemlos runter, aber warmes bis heisses pures Wasser find ich echt schwierig. Und so geht es meinem Magen wohl auch. Das war dann auch der Grund, warum zirka 20km vor Camooweal mit einmal heftige Uebelkeit und absolutes Flauegefuehl bei mir einsetzte und ich mich am Strassenrand hinsetzen musste. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, was mit mir los war und ich versuchte, noch mehr Wasser zu trinken und stopfte mir einen Muesliriegel rein obwohl Hunger das Letzte war, was ich verspuerte. Nach ein paar Minuten musste ich mich dann zweimal uebergeben, wobei nur klares Wasser rauskam. Also muss es am warmen Wasser gelegen haben, denn danach war alles wieder den Umstaenden entsprechend gut. Bis auf dass ich den Abend echt kaum mehr auf den Beinen stehen sowie fast nix essen konnte. Aber mein Zelt habe ich grad noch so aufgestellt bekommen...

Am naechsten Tag ging es dann weiter. Ich kam den ganzen Tag ueber nur an der Grenze ins Northern Territory (siehe Foto!) sowie an einer sehr abgelegenen Polizeistation vorbei und schlug mein Zelt auf einem Rastplatz nach 140km auf. Geduscht wurde unter einer Flasche, in welche ich Wasser aus einem grossen Wassertank gefuellt hatte, welcher auf dem Rastplatz aufgestellt war. Die Nacht war angenehm und ich hatte auch noch Gesellschaft von einem Truckie sowie zwei Leuten mit einem Campervan.




Am Samstag(meinem Geburtstag!) fuhr ich von dem Rastplatz aus bis zu einer Raststaette, welche sich Barkly Homestead nennt. Etwas mehr als 130 sehr einsame Kilometer mit auf der ersten Haelfte teils sehr kraeftigem Gegenwind waren zu schaffen. Doch etwa auf der Haelfte der Strecke stoppte mich Lautstark die "Besatzung" eines Miet-Gelande-Campers auf der Strecke. Anja und Peter aus Frankfurt waren sehr angetan davon, einen Deutschen Radler im Sommer mitten im Outback zu treffen und wir unterhielten uns eine ganze Weile und die Beiden ueberreichten mir mein erstes Geburtstagsgeschenk: eine KALTE 2-Liter-Flasche Wasser :-) Darueber habe ich mich echt sehr gefreut und ich muss sagen, dass sie nicht besonders lange gehalten hat ;-)
Als sich die Beiden Frankfurter von mir verabschiedeten, gab es auch gleich mein zweites Geschenk: Der Wind hatte sich besonnen und wehte von nun an nur noch von hinten :-)
Und das dritte Geschenk wurde dann der Mixed-Grill-Teller im Barkly Homestead :-)

Am Sonntag liess ich es ruhig angehen, da ich sowieso wusste, dass eine weitere Uebernachtung auf einem Rastplatz neben der Strasse auf mich wartete. Also machte ich an diesem Tag nur 80km und schlug dann -voellig alleine- mein Zelt auf einem Parkplatz auf. Und das war schon echt ein Erlebnis! Man glaubt gar nicht, was so fuer Geraeusche von den verschiedenen Tieren in der Nacht von sich gegeben werden...

Montag fuhr ich nochmal 75km bis zur Kreuzung des Barkly Highway, auf welchem ich nach Westen gefahren war und dem Stuart Highway, den ich seitdem in Richtung Norden(Darwin) befahre(siehe Foto!). Ich entschied mich, hier am Three Ways Roadhouse eine Nacht zu campen, auch da mein linkes Knie leicht zwickte und ich keinen Totalausfall riskieren wollte.



Dienstag machte ich dementsprechend auch wieder nur 80km und naechtigte total abgelegen auf einer Rinder-Station mit angeschlossenem Campingplatz namens Banka Banka.

Mittwoch hatte ich sehr scheonen Wind, welcher immer mindestens von der Seite kam und mich gut voran brachte. Ich passierte Renner Springs, welches sich nur als ein einziges Roadhouse herausstellte und fuhr insgesamt 162km bis nach Elliott, der ersten richtigen "Siedlung" seit Camooweal. Hier bin ich nun auf einem Campingplatz und morgen gehts weiter (hoffentlich) bis nach Daly Waters, wo es einen sehr interessanten Pub geben soll ;-)

Und am Freitag oder Samstag, wenn ich Mataranka erreiche, werde ich dann hoffentlich auch mal wieder Empfang mit meinem australischen Handy haben. Der war nun seit ueber einer Woche nicht mehr vorhanden und wer mich kennt, der weiss dass ich fast sterbe! Zudem ich auch noch nicht mal meinen AB abhoeren konnte, wo ja hoffentlich noch die einen oder anderen Geburtstagsgruesse auf mich warten!

So, ich will der Buecherei, in der ich grade am tippen bin nicht noch mehr Dollars in den Rachen werfen, also verbleibe ich bis in ein paar Tagen und wuensche euch allen einen schoenen Tag!

Und auf diesem Wege nochmal Allen ein liebes Dankeschoen, welche mir per email, per Kommentar hier im Blog oder per SMS/AB-Nachricht Glueckwuensche haben zukommen lassen! Habe mich sehr gefreut, dass ihr alle an mich gedacht habt :-)

Kai

Dienstag, Februar 13, 2007

Mount Isa

Hallo an Alle! Es ist wieder soweit-News aus Oz von Kai!

Ich habe es gestern bis nach Mount Isa geschafft und gönne mir hier nochmal luxuriös ein paar Tage Verschnaufpause :-)
Denn die letzten Tage waren doch relativ anstrengend und hier kann ich meine Akkus nochmal etwas nachladen bevor es auf das wohl härteste Stück meiner Tour geht...

Nachdem ich Hughenden verlassen hatte, erreichte ich nach der bisher längsten (ca.125km) Strecke ohne bewohnte Häuser in Sichtweite Richmond, wo ich gleich am selben Abend noch das "Kronosaurus Korner"-Museum besuchte, in dem weitere Dinosaurier-und Fossilienfunde zu bewundern waren. Nirgends in Australien werden mehr Fossilien gefunden als im Bereich Hughenden/Richmond.
Am Samstag fuhr ich weiter bis nach Julia Creek, was eine Strecke von 160km war. Leider jedoch hatten dort bereits alle zwei Geschäfte geschlossen, sodass ich keine Chance hatte, meine absoluten Lieblingscerealien (Kellogg's Crunchy Nuts oder Coco Pops) zu kaufen. Das kam einer kleinen Katastrophe nahe kann ich euch versichern. Zu allem Unglück wurde ich auf der Strasse von einem Passanten angesprochen, der mich, nachdem ich ihm Details meiner Reise erläutert hatte, auf EIN Bier in den hiesigen Pub einlud. Na gut. Aus einem wurden letztendlich vier Bier. Und das Ganze auf nüchternen Magen bei mindestens 35 Grad im Schatten hat mir schon einen ordentlichen Schwipps verpasst. Auf Australisch war ich also mächtig "pissed"!
Am Sonntagmorgen hatte ich dann also zum Frühstück nur 3 Schoko-Müsliriegel, von denen ich zum Glück immer einige im Gepäck habe. Sehr unbefriedigt radelte ich also los und erreichte nach etwa 150km das wirklich schöne Örtchen Cloncurry, wo es sogar einen Laden gab, der geöffnet hatte. Cloncurry ist damals entstanden, weil in der Nähe grosse Kupfervorkommen entdeckt wurden. Ausserdem wurde hier der Royal Flying Doctors Service gegründet, welcher Kranken Menschen in abgelegenen Gebieten mit Hilfe von Flugzeugen zuhilfe kommt. Zu guter Letzt kann ich berichten, dass in Cloncurry am 16ten Januar 1889 Australiens höchste bisher gemessene Temperatur in bewohntem Gebiet festgehalten wurde: sagenhafte 53,1 Grad Celsius im Schatten! Hier der Beweis, welcher kurz vorm Ortseingang aufgestellt ist und Besuchern ein warmes Willkommen vorhersagt:



In der Gegend um Cloncurry ist die Landschaft wieder hügeliger und dadurch nicht mehr so eintönig wie auf den 3 Tagesetappen. Hätte ja nie gedacht, dass ich mich mal wieder über Hügel auf meiner Strecke freuen würde, aber es war echt sehr angenehm.
Die Fahrt von Cloncurry nach Mount Isa am Montag war einfach nur traumhaft! Erstens ist die Landschaft in ihrer Schroffheit einfach nur zu bestaunen (siehe Foto unten) und zweitens hatte ich etwas, was man in der Fachsprache als "gutes Bein" bezeichne,-keiner der zahlreichen Anstiege hatte eine Chance gegen mich. Man könnte auch sagen: es lief einfach wie geschmiert...wobei ich nicht genau weiss, womit dieses Formhoch zusammenhing. Eventuell mit der Doppelladung Konservenessen, welches man nach dem öffnen der Dose am liebsten gleich in den Müll schütten möchte, dann aber mit geschlossenen Augen und nach ordentlicher Beigabe von Salz und Pfeffer doch eine gewisse Schmackhaftigkeit feststellen kann. War halt mal was anderes als Nudeln und seit gestern habe ich nun auch immer mindestens eine Dose "Vegetables and Steak" im Gepäck :-)



Auf dem Weg nach Mount Isa habe ich dann auch den ersten Roadtrain im Strassengraben gesehen-der hatte mich ein paar Minuten zuvor noch überholt und nun lag die Zugmaschine auf der Seite und einer der drei Hänger war auch umgekippt und hatte eine grosse Ladung Sand auf der Strasse verteilt.



Als ich meinen ersten Blick auf Mount Isa warf, wusste ich sofort, dass ich nicht mit der Beschreibung im Lonely Planet Reiseführer übereinstimmt. Zitat dort: "Mount Isa ist eine Stadt von unglaublicher Schönheit..." Das folgende Foto bietet die Gelegenheit, euch euer eigenes Urteil zu bilden. Also wer diese verqualmte Stadt mit den riesigen Schornsteinen schön findet, muss glaube ich echt in Bitterfeld aufgewachsen sein!



Obwohl es auch einiges Interessantes über diese Stadt im Outback zu erzählen gibt; und zwar ist Mount Isa wohl die flächenmäßig größte Stadt der Welt, ungefähr so groß wie die Schweiz. Ausserdem ist die Mount Isa Mine der weltgrößte Produzent für Blei und Silber sowie einer der Größten für Kupfer. Naja, nicht schön, aber unglaublich reich würde ich sagen...

Noch ein paar Infos vielleicht? Also das Wetter hier ist unglaublich heiss (heute 40 Grad) aber bei weitem nicht so feucht wie an der Ostküste (in Townsville oder Cairns). Ich hatte ja eigentlich ziemliche Bedenken wegen der Hitze, zudem ich auch von einigen Leuten gehört hatte, dass ich bloß über Mittag nicht auf dem Rad weiterfahren sollte usw. aber mir macht die Hitze echt überhaupt nichts aus. Wenn man nämlich wie ich ordentlich schwitzt und dann der Fahrtwind das Wasser von der Haut pustet, entsteht so viel Verdunstungskälte, dass es keine Rolle spielt ob die Luft auch 40 Grad hat oder mehr. Wenn ich mir während der Fahrt an die Schultern fasse sind die auf jeden Fall immer richtig kalt. Vorraussetzung ist natürlich, dass man genug trinkt!
Die letzten Tage bin ich auch schon immer zwischen 5 und 5h30 aufgestanden, sodass ich bereits kurz nach Sonnenaufgang in angenehmer Kühle losstarten konnte.
Ein grosses Problem wären die vielen Fliegen gewesen, die sich hier an vielen Stellen einfach nur so tummeln. Doch zum Glück hatte ich bereits in Townsville in weiser Voraussicht ein Moskitonetz zum über-den-Kopf-ziehen erworben, welches nun schon mehrfach zum Einsatz gekommen ist. Ohne ein solches Netz muss man echt Nerven aus Stahl haben um nicht innerhalb von Minuten absolut durchzudrehen. Dabei ist das Verhalten der Viecher, obwohl sie den europäischen Verwandten absolut ähnlich sehen, um einiges aggressiver. Es wird direkt in Nasenlöchern oder Ohrmuscheln gelandet und sehr gerne werde auch Ausflüge um die Augen herum unternommen-allerdings alles ständig durch exzessive Flügelschläge unterbrochen. Also mit einem oder zwei Exemplaren ist es grade noch so erträglich, aber wenn es dann bis zu 10 auf einmal werden geht es nicht mehr ohne Netz überm Kopf. Sieht zwar scheisse aus und verschlechtert ein wenig die Sicht, aber der Fahrkomfort verbessert sich geradezu potentiell. Und so sieht das Teil dann bei Verwendung aus:



Die nächsten Etappen werden ziemlich lang werden und wohl nicht, wie bisher, regelmäßig mit einer warmen Dusche am Abend enden. Die Etappe von hier nach Camooweal mit etwa 195km werde ich versuchen an einem Tag zu schaffen, doch danach kommt ein Stück von 260km bis zur nächsten Örtlichkeit, da werde ich wohl neben der Straße bzw auf einem Parkplatz campen müssen. Und auch im Anschluss kommen nochmal knapp 200km vom "Barkly Homestead" bis nach "Three Ways" , die ich wohl auch nochmal splitten werde. Und von dort aus geht es dann nur noch in Richtung Norden und über Katherine nach Darwin. Von hier aus sind es noch zirka 1600-1700km für mich. Und mein aktueller Kilometerstand beträgt genau 5538km. Also rechne ich am Ende mit ungefähr 7100-7200 K's!

So, ich denke ich werde hier noch zwei Nächte den Hintern etwas erholen lassen und dann am Donnerstag weiter radeln. Der Handy-Empfang dürfte die gesamte nächste Woche ab Donnerstag sehr schlecht bis gar nicht vorhanden sein, aber ich denke per email bin ich dann wohl besser zu erreichen. Nur falls was wichtiges sein sollte ;-)

Bis demnächst
Der Kai

Donnerstag, Februar 08, 2007

Der Overlanders-Way...



Guten Tag verehrte Leserinnen und Leser (mal ein bisschen foermlicher Heute ;-)

Heute funke ich Lebenszeichen aus Hughenden (sprich: Jhuunden), etwa 400 km westlich von Townsville. Nachdem Ich schon fest mit einem mehrwoechigen Aufenthalt in Townsville aufgrund der rundherum verheerenden Ueberschwemmungen gerechnet hatte, konnten meine vom weinen wunden Augen dann doch am Montagmorgen im Internet sehen: Strasse Richtung Westen ist wieder freigegeben! Also nicht lange gezoegert und ab aufs Rad. Am Montag radelte ich also von Townsville bis nach Charters Towers, einer Stadt die aufgrund eines Goldfundes Mitte des 19 Jahrhunderts aus dem Boden gestampft wurde. Der Weg dorthin war relativ beschwerlich, da direkt an der Kueste neben Townsville ziemich hohe Berge sind und es etwas ueber 150km waren an diesem Tag. Um so froher war ich dann, dass ich ein guenstiges Hotel gefunden habe, in dem ich die Nacht verbringen konnte. Zum zelten war das Wetter hier noch zu regnerisch. Am Dienstag ging es dann weiter, und obwohl im Internet noch stand, dass der Highway weiter Richtung Westen immernoch ueberschwemmt sei, bekam ich an der Tankstelle die Auskunft: All free, good travels mate! Da war ich natuerlich echt froh und machte mich wohlgelaunt auf den Weg bis nach Pentland, einem kleinen "Ort" mit immerhin EINEM Campingplatz! Und guenstig war er auch noch - fuer laeppische 8$ machte ich es mir nach langer Zeit mal wieder in meinem Zelt bequem. In der Nacht regnete es fast durchgehend die ganze Zeit, sodass ein durchgehender Schlaf nicht grade moeglich war... Abends hatte ich mir noch den aktuellen Wetterbericht im Fernsehen angeschaut, der sich nicht wirklich toll anhoerte, denn es war immernoch ein Zyklon (australischer Wirbelsturm) ueber dem Golf von Carpentaria, welcher etwa 500km noerdlich von meiner Route entlangzog. Aber zum Glueck ist er aktuell wieder aufs Meer in Richtung Osten vom Festland abgezogen und es droht -zumindest von diesem- keine Gefahr mehr. Am gestrigen Mittwochmorgen stand ich extrafrueh auf, da ich einen weiten Weg vor mir hatte (152km) und ich nicht wusste, was mich huegelmaessig und windmaessig erwarten wuerde. Aber ich wurde sehr positiv ueberrascht: Nachdem ich die Great Dividing Range passiert hatte (das ist die Bergkette, die an fast der gesamten Ostkueste das Outback vom Kuestenbereich trennt) wurde das radeln echt zum totalen Vergnuegen! Der Wind pustete mir mit bestimmt 25-30 km/h in den Ruecken und es ging auch noch die meiste Zeit bergab. Vielleicht kam es mir auch nur so vor? Auf jeden Fall hatte ich gestern abend eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,7 km/h auf meinem Tacho stehen, das war auf jeden Fall mein schnellster Tag in Oz!
Hier in Hughenden habe ich auch noch das Campingschnaeppchen bisher abgegriffen: 5$ pro Nacht koennen und werden wahrscheinlich nicht unterboten werden! Hier bin ich nun schon den zweiten Tag, da es hier eine Art Museum gibt, in dem die in der Gegend zahlreich vorhandenen Fossilien und aehnliche Funde ausgestellt werden. Diese habe ich mir heute morgen schon angesehen und muss sagen dass es echt interessant war. Hier in der Gegend werden sehr viele Fossilien gefunden, weil vor hunderten Millionen Jahren hier mal ein grosser See war, in dem viele verschiedene Tiere lebten. Und auch Dinosaurier-Ueberreste wurden hier gefunden.

Insgesamt war ich bisher sehr positiv ueberrascht von dem Wetter hier. Ich hatte auf meiner ganzen Tour noch nicht so mildes und fuers radeln geeignetes Wetter als auf den letzten drei Tagen. Es ist erstens nicht mehr so feucht wie an der Kueste und zweitens war es die ganze Zeit bewoelkt und dadurch hatte die Sonne nicht die Kraft um die Luft zu erhitzen. Aber einen Sonnenbrand bekommt man trotzdem, wenn man sich nicht eincremt. Sogar wenn es den ganzen Tag richtig heftig regnet, darf man einfach nicht auf Sonnencreme verzichten-aus Fehlern lernt man ;-) Aber das Wetter soll nun auch in den naechsten Tagen wieder "normal" werden, das heisst um die 35-40 Grad und KEINE Wolken mehr. Ich weiss jetzt schon, dass ich die Wolken noch das eine oder andere Mal sehr vermissen werde...

Es muss sich auch uebrigens keiner Sorgen machen, dass ich hier verloren gehe-auf der Strecke welche ich fahre, dem sogenannten Overlanders Way sind so viele Autos und Trucks Richtung Mount Isa unterwegs, dass mich schon ein Ufo entfuehren muesste, damit man mich nicht mehr findet. Apropos Trucks, hier fahren nun auch die richtig fetten Road Trains mit bis zu 4 Anhaengern. Ist schon echt gewoehnungsbeduerftig, wenn der LKW der einen grade ueberholt gar nicht mehr aufzuhoeren scheint. Und der letzte Anhaenger macht manchmal Schlangenlinien mit bestimmt einem Meter Weite. Aber zum Glueck ist hier nicht so viel Verkehr, dass die Truckies immer genug Platz beim Ueberholen haben und ihn mir auch zugestehen...hier mal ein "kurzes" Exemplar, welches ich grade auf dem Weg zum Internetcafe aufgenommen habe:



Auf der Strecke hat sich auch die Natur schon leicht veraendert. Bis zur Great Dividing Range war noch sehr viel bewaldetes Gebiet zu sehen, doch kurz danach verschwanden die Baeume und nun ist fast nur noch Grasland zu sehen. Kurz vor Hughenden hatte ich ein Stueck, auf dem es zirka 25km nur geradeaus ging und an beiden Seiten sooo viel nichts war, das war echt unglaublich. Die Weite fasziniert echt. Habe vorher immer gesagt: Na gut, dann ist da halt nix, aber? Aber nun muss ich sagen, dass haut echt ganz schoen rein und produziert echt ganz schoen Gaensehaut wenn man da durchfaehrt. Habe ein Foto von der bis an den Horizont reichenden Strasse gemacht um einigermassen die Dimensionen aufzuzeigen:



Morgen frueh geht es weiter nach Richmond, "nur" 112km sollen es sein. Mal ueberraschen lassen. Aber morgen abend habe ich dann die Haelfte auf dem Weg nach Mount Isa geschafft, wo ich dann wohl auch mal wieder mein Handy benutzen kann. Hier ist naemlich absolut nichts zu empfangen und erst in Mount Isa werde ich mich wieder ueber SMS von euch freuen koennen ;-) Also keine Sorgen machen, wenn ich die naechsten 4-5 Tage nicht antworte!

Freitag, Februar 02, 2007

The Wet



Also diese Titelseite gibt so ungefähr meine letzte Woche wieder: WET WET WET...

Aber erstmal ein dickes Hallo an alle treuen Leser (nach der Flut an Kommentaren weiss ich ja nun sicher, dass es sie wirklich noch gibt ;-) !!!

In Kurzfassung kann ich euch mitteilen:
Tauchen noch in Cape Tribulation war ein Mega-Knaller, danach die Fahrt durch die Atherton Tablelands war echt die Hölle-der Regen begann hier (natürlich erst, als ich schon oben war...) und es war saumäßig steil und heiss (weil beim hochfahren halt noch kein Regen in Sicht war...), die folgenden drei Tage durch diese Hochebene: REGEN, dann gestern (Mittwoch): REGEN und heute: REGEN + Jung-Wallaby angefahren + hinter mir wurde der Highway gesperrt wegen Überflutung.

Also von vorne und gaaanz ausführlich (endlich mal wieder!):

Wie gesagt, das Tauchen von Cape Trib aus war richtig gut! Erstens war das Boot, welches in der Hochsaison bis zu 35 Leute mitnimmt, mit nur 10 Passagieren sehr schwach belegt und daher hatten alle genügend Platz an Bord. Zweitens war der erste Tauchgang noch nicht ganz so gut, aber dafür der zweite! Habe zwei geführte Tauchgänge gemacht, weil ein ortskundiger Taucher wohl die besten Spots kennen sollte. Beide fanden am Mackay-Reef statt, welches ungefähr eine Stunde per Boot vor der Küste liegt. Wie gesagt, der erste Versuch war zwar auch schön, aber es gab nix wirklich Neues für mich zu sehen. Beim zweiten, welcher an der sogenannten "Turtle-Corner" stattfand, habe ich jedoch zwei Meeresschildkröten direkt vor mir gehabt und das war, würde ich sagen, das Beste was mir in diesen 2,5 Monaten bisher passiert ist. Diese totale Ruhe dort unten und dann diese sanften Bewegungen der Turtles beim schwimmen-der Anblick hat sich auf jeden Fall ganz fest in mein Hirn gebrannt und geht auch hoffentlich nicht mehr da raus ;-)
Natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemach!, damit ihr euch auch ein Bild machen könnt:



Dann am nächsten Tag wollte ich eigentlich auf einen Berg wandern, auf welchem sich ein Aussichtspunkt befindet. Leider/zum Glück verpasste ich allerdings das Hinweisschild und wanderte einfach auf der "Hauptstraße" weiter, bis ich nach einer Weile an diesem Schild vorbeikam



Ab hier war also keine normale Straße mehr vorhanden, wie ich auch sehen konnte als ich um die nächste Ecke kam..



Ich war also doch schon so ziemlich ans Ende der Zivilisation gelangt, obwohl es weiter nördlich tatsächlich noch einige Städte und Siedlungen gibt-allerdings kann man dort, wenn der REGEN anfängt, auch schonmal völlig abgeschnitten sein. Ausserdem gibt es dort dann keine normale Stromversorgung mehr, denn der Strom wird nur durch Dieselgeneratoren erzeugt. Ganz zu schweigen von Handyempfang, welchen es schon zirka 30km vor Cape Trib nicht mehr gibt (jetzt wisst ihr auch, warum ich nicht auf SMS antworten konnte).
Auf jeden Fall gab es in der Nähe der Flussquerung im Wald einen natürlichen Swimmingpool, in welchen ich mich erstmal gestürzt habe. Was ganz witzig war: in dem Fluss waren kleine Fische, die mir erstmal den Rücken saubergeknabbert haben. War wohl mal wieder nötig...

Am nächsten Tag (Sonntag) startete ich von Cape Trib aus meinen Rückzug aus einem der wenigen Gebiete in Australien, an denen der Regenwald direkt ans Meer grenzt. Also Richtung Süden. Aber den selben Weg wieder zurück? Natürlich nich?! Lieber durch die Atherton Tablelands, welche sich westlich von Cairns befinden. Der Aufstieg war so ziemlich das schlimmste, was mir in 28 Jahren auf Fahrrädern so bisher passiert ist-erstens handelte es sich um einen 8km langen, echt steilen Anstieg für den ich über 1,5 Stunden gebraucht habe, zweitens bin ich Vollidiot genau über die Mittagszeit unten losgefahren, sodass ich die ganze Zeit über kaum Schatten von den Bäumen abbekommen habe (wie blöd muss man eigentlich sein...) und drittens hat mein Puls leider nur einen Gang und kann irgendwann einfach nicht mehr schneller...Aber irgendwann war ich ja dann doch oben angekommen, doch bis in den ersten Ort waren es nochmal ungefähr 30km. Und nun fing es an zu REGNEN. Heftigste Niederschläge füllten innerhalb weniger Sekunden meine Schuhe bis zum Anschlag mit Wasser. Bloß gut, dass es trotz allem warm bleibt, sodass der Regen bei weitem nicht so unangenehm ist wie meistens in Deutschland. Also komplett durchnässt in Mount Molloy angekommen, welches auf meiner Karte ziemlich groß aussieht, jedoch nur ein einziges Hotel und vielleicht 20 Häuser zu bieten hat. Da ich schon über 100km hinter mir hatte blieb ich also für diese Nacht im Hotel.
Am nächsten Tag (Montag) ging es -natürlich REGNETE es- über Mareeba bis nach Atherton, wo ich wieder in einem Hotel abstieg. Dieses war sogar richtig nett, alle anderen ware.n bisher nur alt gewesen, dieses jedoch war alt UND schön Am Dienstag, so hatte ich mich gefreut, würde es dann von Atherton aus nur noch bergab gehen und ich könnte mich vielleicht etwas erholen...aber daraus wurde leider nichts. Es ging zwar die meiste Zeit bergab (wie das auch sein sollte, wenn man von einer Hochebene ins Flachland fährt), jedoch ging es zwischendurch auch immer wieder ziemlich heftig bergauf. Und, ach ja, es...REGNETE! Es war also mal wieder Zeit, sich mit dem einen oder anderen Fluch den Frust aus dem Hirn zu entfernen. Letztendlich erreichte ich dann wieder den Küstenhighway, welchen ich ja schon auf dem Weg nach Norden befahren hatte. Ich stoppte für diese Nacht kurz vor Tully im Feluna Hotel. Mittwoch, ich denke es ist fast unnötig zu erwähnen, aber es REGNETE, startete ich extra früh, da ich aufgrund des sehr heftigen REGENS ab 6h nicht mehr weiterschlafen konnte. Es ging bis nach Ingham, wo ich wieder im East-Ingham-Hotel abstieg, welches mit seinen 15$ pro Nacht einfach absolut konkurrenzlos ist. Wahrscheinlich aber auch mit den hygienischen Zuständen im Nassbereich...
Kurz vor Ingham war dann die Straße überflutet und ich habe einem Autofahrer geholfen, sein wegen zu viel Wasser von unten stehengebliebenes Auto aus dem Wasser zu schieben. Das Wasser war zu diesem Zeitpunkt etwa 40cm hoch auf dem Highway, sodass ich mit dem Rad zwar gerade noch so durchkam, allerdings waren meine Schuhe dabei meistens komplett unter Wasser. Ich war also sehr froh, als ich in Ingham endlich in meine Sandalen steigen konnte. Abends hörte ich dann noch eine ganze Weile, wie der REGEN immer stärker wurde. Am Morgen dachte ich zuerst, der REGEN hätte aufgehört, jedoch stellte sich bei genauerem hinhören heraus: still raining...Ich schaltete mein Radio ein und hörte gleich, dass im Umkreis viele Schulen heute ausfielen und Leute nicht zur Arbeit konnten. Fakt ist, dass der Highwayabschnitt, über den ich gestern noch nach Ingham gekommen war, wohl kurz nach mir gesperrt worden war und es wohl auch so aussah, dass es die nächsten 48 Stunden weiter REGNEN sollte und sehr wahrscheinlich auch der Highway weiter in Richtung Townsville bald gesperrt würde. Also rauf aufs Bike und raus in den REGEN... Auf den ersten 10km raus aus Ingham musste ich bestimmt insgesamt 2-3km durch Wasser fahren, von 2cm bis 40cm Tiefe. Hier ein kleiner Eindruck der Geschichte:



Das beste Ereignis (wahrscheinlich nicht für alle Beteiligte)war heute der zum Glück glimpflich (boah sieht das Wort mal wieder komisch aus!) verlaufene Zusammenstoß zwischen mir und einem kleinen Wallaby: Ich fuhr grade relativ relaxed den Highway entlang, der aufgrund der Sperrrungen hinter mir fast mir alleine gehörte und plötzlich, ich hatte grade auch noch meine Trinkflasche in der Hand, kam dieses kleine hüpfende Tier plötzlich vom Straßenrand genau vor mein Vorderrad, sieht mich, rutscht auf der nassen Straße aus, haut sich mächtig den Schädel irgendwo an meinem Rahmen an und hüpft hinterher äusserlich unversehrt davon...
Hier in Townsville ist eigentlich alles überschwemmt was geht. Bin nun für 3 oder 4 Nächte hier in einem echt angenehmen Backpacker-Hostel und erhole mich für den Trip durch das Outback, welcher dann über Charters Towers, Mount Isa, Three Ways und Katherine bis nach Darwin gehen wird.

Das wärs dann erstmal für heute, kann nicht mehr tippen :-)

Viele Grüße aus Townsville
Kai

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