Neuartige "Flow-Erlebnisse", einsamer Geburtstag und absolute Kommunikationslosigkeit...
Hallo liebe Leser!
Ich kann mich endlich mal wieder melden :-)
Bin seit gestern in Elliott und fahre morgen weiter.
Mein Aufbruch von Mount Isa aus am Donnerstag war anfangs noch von vollem Eifer und guter Laune gepraegt, da die mir angekuendigten Berge auf meinem Weg nicht so wild waren, wie ich befuerchtet hatte. Also entschied ich, die Strecke bis nach Camooweal in einem Stueck zu fahren. Eine sehr schwerwiegende Entscheidung wie sich spaeter herausstellen sollte...
Laut meiner Landkarte sollten es 188km sein, am Ende jedoch standen 204 auf meinem Tacho. Die Fahrt wurde ab etwa dem 160sten km immer beschwerlicher. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Und da ich meinem Koerper was Gutes tun wollte, trank ich die ganze Zeit was das Zeug hielt. Und das war auch den ganzen Ritt ueber kein Problem, da ich genuegend zu trinken dabeihatte(ueber 20 Liter). Das Problem begann, als ich nur noch pures Wasser uebrig hatte und meine Orangen-Konzentrat-Flasche leer war. Also warmen Orangensaft kriege ich ja problemlos runter, aber warmes bis heisses pures Wasser find ich echt schwierig. Und so geht es meinem Magen wohl auch. Das war dann auch der Grund, warum zirka 20km vor Camooweal mit einmal heftige Uebelkeit und absolutes Flauegefuehl bei mir einsetzte und ich mich am Strassenrand hinsetzen musste. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, was mit mir los war und ich versuchte, noch mehr Wasser zu trinken und stopfte mir einen Muesliriegel rein obwohl Hunger das Letzte war, was ich verspuerte. Nach ein paar Minuten musste ich mich dann zweimal uebergeben, wobei nur klares Wasser rauskam. Also muss es am warmen Wasser gelegen haben, denn danach war alles wieder den Umstaenden entsprechend gut. Bis auf dass ich den Abend echt kaum mehr auf den Beinen stehen sowie fast nix essen konnte. Aber mein Zelt habe ich grad noch so aufgestellt bekommen...
Am naechsten Tag ging es dann weiter. Ich kam den ganzen Tag ueber nur an der Grenze ins Northern Territory (siehe Foto!) sowie an einer sehr abgelegenen Polizeistation vorbei und schlug mein Zelt auf einem Rastplatz nach 140km auf. Geduscht wurde unter einer Flasche, in welche ich Wasser aus einem grossen Wassertank gefuellt hatte, welcher auf dem Rastplatz aufgestellt war. Die Nacht war angenehm und ich hatte auch noch Gesellschaft von einem Truckie sowie zwei Leuten mit einem Campervan.
Am Samstag(meinem Geburtstag!) fuhr ich von dem Rastplatz aus bis zu einer Raststaette, welche sich Barkly Homestead nennt. Etwas mehr als 130 sehr einsame Kilometer mit auf der ersten Haelfte teils sehr kraeftigem Gegenwind waren zu schaffen. Doch etwa auf der Haelfte der Strecke stoppte mich Lautstark die "Besatzung" eines Miet-Gelande-Campers auf der Strecke. Anja und Peter aus Frankfurt waren sehr angetan davon, einen Deutschen Radler im Sommer mitten im Outback zu treffen und wir unterhielten uns eine ganze Weile und die Beiden ueberreichten mir mein erstes Geburtstagsgeschenk: eine KALTE 2-Liter-Flasche Wasser :-) Darueber habe ich mich echt sehr gefreut und ich muss sagen, dass sie nicht besonders lange gehalten hat ;-)
Als sich die Beiden Frankfurter von mir verabschiedeten, gab es auch gleich mein zweites Geschenk: Der Wind hatte sich besonnen und wehte von nun an nur noch von hinten :-)
Und das dritte Geschenk wurde dann der Mixed-Grill-Teller im Barkly Homestead :-)
Am Sonntag liess ich es ruhig angehen, da ich sowieso wusste, dass eine weitere Uebernachtung auf einem Rastplatz neben der Strasse auf mich wartete. Also machte ich an diesem Tag nur 80km und schlug dann -voellig alleine- mein Zelt auf einem Parkplatz auf. Und das war schon echt ein Erlebnis! Man glaubt gar nicht, was so fuer Geraeusche von den verschiedenen Tieren in der Nacht von sich gegeben werden...
Montag fuhr ich nochmal 75km bis zur Kreuzung des Barkly Highway, auf welchem ich nach Westen gefahren war und dem Stuart Highway, den ich seitdem in Richtung Norden(Darwin) befahre(siehe Foto!). Ich entschied mich, hier am Three Ways Roadhouse eine Nacht zu campen, auch da mein linkes Knie leicht zwickte und ich keinen Totalausfall riskieren wollte.
Dienstag machte ich dementsprechend auch wieder nur 80km und naechtigte total abgelegen auf einer Rinder-Station mit angeschlossenem Campingplatz namens Banka Banka.
Mittwoch hatte ich sehr scheonen Wind, welcher immer mindestens von der Seite kam und mich gut voran brachte. Ich passierte Renner Springs, welches sich nur als ein einziges Roadhouse herausstellte und fuhr insgesamt 162km bis nach Elliott, der ersten richtigen "Siedlung" seit Camooweal. Hier bin ich nun auf einem Campingplatz und morgen gehts weiter (hoffentlich) bis nach Daly Waters, wo es einen sehr interessanten Pub geben soll ;-)
Und am Freitag oder Samstag, wenn ich Mataranka erreiche, werde ich dann hoffentlich auch mal wieder Empfang mit meinem australischen Handy haben. Der war nun seit ueber einer Woche nicht mehr vorhanden und wer mich kennt, der weiss dass ich fast sterbe! Zudem ich auch noch nicht mal meinen AB abhoeren konnte, wo ja hoffentlich noch die einen oder anderen Geburtstagsgruesse auf mich warten!
So, ich will der Buecherei, in der ich grade am tippen bin nicht noch mehr Dollars in den Rachen werfen, also verbleibe ich bis in ein paar Tagen und wuensche euch allen einen schoenen Tag!
Und auf diesem Wege nochmal Allen ein liebes Dankeschoen, welche mir per email, per Kommentar hier im Blog oder per SMS/AB-Nachricht Glueckwuensche haben zukommen lassen! Habe mich sehr gefreut, dass ihr alle an mich gedacht habt :-)
Kai

3 Comments:
Hallo Hallo Fricke,
204 km das ist nicht schlecht
super leistung.....
immmmer locker in der ruhe liegt die KRAFT!!!
Ciao der M
"...da mein linkes Knie leicht zwickte..." - mmh, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor ;-) !
Viel Spaß beim weiterkullern Richtung Darwin !
Gruß vom Beinling
Hi Kai,
müssen wir uns Sorgen machen? 20 L Wasser / über 200km am Tag etc.!
Übertreip et net! Denk dran: das Ref wird doch auch noch anstrengend genug! Aber erstmal herzlichen Glückwunsch! - Du hast dann ja auch einen persönlichen Berater im selben Seminar - cool mate!!!
Viele Grüße aus dem grauen Hannover
Ingo
PS: Und der R läuft immer noch ;-)
Kommentar veröffentlichen
<< Home