
Also diese Titelseite gibt so ungefähr meine letzte Woche wieder: WET WET WET...
Aber erstmal ein dickes Hallo an alle treuen Leser (nach der Flut an Kommentaren weiss ich ja nun sicher, dass es sie wirklich noch gibt ;-) !!!
In Kurzfassung kann ich euch mitteilen:
Tauchen noch in Cape Tribulation war ein Mega-Knaller, danach die Fahrt durch die Atherton Tablelands war echt die Hölle-der Regen begann hier (natürlich erst, als ich schon oben war...) und es war saumäßig steil und heiss (weil beim hochfahren halt noch kein Regen in Sicht war...), die folgenden drei Tage durch diese Hochebene: REGEN, dann gestern (Mittwoch): REGEN und heute: REGEN + Jung-Wallaby angefahren + hinter mir wurde der Highway gesperrt wegen Überflutung.
Also von vorne und gaaanz ausführlich (endlich mal wieder!):
Wie gesagt, das Tauchen von Cape Trib aus war richtig gut! Erstens war das Boot, welches in der Hochsaison bis zu 35 Leute mitnimmt, mit nur 10 Passagieren sehr schwach belegt und daher hatten alle genügend Platz an Bord. Zweitens war der erste Tauchgang noch nicht ganz so gut, aber dafür der zweite! Habe zwei geführte Tauchgänge gemacht, weil ein ortskundiger Taucher wohl die besten Spots kennen sollte. Beide fanden am Mackay-Reef statt, welches ungefähr eine Stunde per Boot vor der Küste liegt. Wie gesagt, der erste Versuch war zwar auch schön, aber es gab nix wirklich Neues für mich zu sehen. Beim zweiten, welcher an der sogenannten "Turtle-Corner" stattfand, habe ich jedoch zwei Meeresschildkröten direkt vor mir gehabt und das war, würde ich sagen, das Beste was mir in diesen 2,5 Monaten bisher passiert ist. Diese totale Ruhe dort unten und dann diese sanften Bewegungen der Turtles beim schwimmen-der Anblick hat sich auf jeden Fall ganz fest in mein Hirn gebrannt und geht auch hoffentlich nicht mehr da raus ;-)
Natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemach!, damit ihr euch auch ein Bild machen könnt:

Dann am nächsten Tag wollte ich eigentlich auf einen Berg wandern, auf welchem sich ein Aussichtspunkt befindet. Leider/zum Glück verpasste ich allerdings das Hinweisschild und wanderte einfach auf der "Hauptstraße" weiter, bis ich nach einer Weile an diesem Schild vorbeikam

Ab hier war also keine normale Straße mehr vorhanden, wie ich auch sehen konnte als ich um die nächste Ecke kam..

Ich war also doch schon so ziemlich ans Ende der Zivilisation gelangt, obwohl es weiter nördlich tatsächlich noch einige Städte und Siedlungen gibt-allerdings kann man dort, wenn der REGEN anfängt, auch schonmal völlig abgeschnitten sein. Ausserdem gibt es dort dann keine normale Stromversorgung mehr, denn der Strom wird nur durch Dieselgeneratoren erzeugt. Ganz zu schweigen von Handyempfang, welchen es schon zirka 30km vor Cape Trib nicht mehr gibt (jetzt wisst ihr auch, warum ich nicht auf SMS antworten konnte).
Auf jeden Fall gab es in der Nähe der Flussquerung im Wald einen natürlichen Swimmingpool, in welchen ich mich erstmal gestürzt habe. Was ganz witzig war: in dem Fluss waren kleine Fische, die mir erstmal den Rücken saubergeknabbert haben. War wohl mal wieder nötig...
Am nächsten Tag (Sonntag) startete ich von Cape Trib aus meinen Rückzug aus einem der wenigen Gebiete in Australien, an denen der Regenwald direkt ans Meer grenzt. Also Richtung Süden. Aber den selben Weg wieder zurück? Natürlich nich?! Lieber durch die Atherton Tablelands, welche sich westlich von Cairns befinden. Der Aufstieg war so ziemlich das schlimmste, was mir in 28 Jahren auf Fahrrädern so bisher passiert ist-erstens handelte es sich um einen 8km langen, echt steilen Anstieg für den ich über 1,5 Stunden gebraucht habe, zweitens bin ich Vollidiot genau über die Mittagszeit unten losgefahren, sodass ich die ganze Zeit über kaum Schatten von den Bäumen abbekommen habe (wie blöd muss man eigentlich sein...) und drittens hat mein Puls leider nur einen Gang und kann irgendwann einfach nicht mehr schneller...Aber irgendwann war ich ja dann doch oben angekommen, doch bis in den ersten Ort waren es nochmal ungefähr 30km. Und nun fing es an zu REGNEN. Heftigste Niederschläge füllten innerhalb weniger Sekunden meine Schuhe bis zum Anschlag mit Wasser. Bloß gut, dass es trotz allem warm bleibt, sodass der Regen bei weitem nicht so unangenehm ist wie meistens in Deutschland. Also komplett durchnässt in Mount Molloy angekommen, welches auf meiner Karte ziemlich groß aussieht, jedoch nur ein einziges Hotel und vielleicht 20 Häuser zu bieten hat. Da ich schon über 100km hinter mir hatte blieb ich also für diese Nacht im Hotel.
Am nächsten Tag (Montag) ging es -natürlich REGNETE es- über Mareeba bis nach Atherton, wo ich wieder in einem Hotel abstieg. Dieses war sogar richtig nett, alle anderen ware.n bisher nur alt gewesen, dieses jedoch war alt UND schön Am Dienstag, so hatte ich mich gefreut, würde es dann von Atherton aus nur noch bergab gehen und ich könnte mich vielleicht etwas erholen...aber daraus wurde leider nichts. Es ging zwar die meiste Zeit bergab (wie das auch sein sollte, wenn man von einer Hochebene ins Flachland fährt), jedoch ging es zwischendurch auch immer wieder ziemlich heftig bergauf. Und, ach ja, es...REGNETE! Es war also mal wieder Zeit, sich mit dem einen oder anderen Fluch den Frust aus dem Hirn zu entfernen. Letztendlich erreichte ich dann wieder den Küstenhighway, welchen ich ja schon auf dem Weg nach Norden befahren hatte. Ich stoppte für diese Nacht kurz vor Tully im Feluna Hotel. Mittwoch, ich denke es ist fast unnötig zu erwähnen, aber es REGNETE, startete ich extra früh, da ich aufgrund des sehr heftigen REGENS ab 6h nicht mehr weiterschlafen konnte. Es ging bis nach Ingham, wo ich wieder im East-Ingham-Hotel abstieg, welches mit seinen 15$ pro Nacht einfach absolut konkurrenzlos ist. Wahrscheinlich aber auch mit den hygienischen Zuständen im Nassbereich...
Kurz vor Ingham war dann die Straße überflutet und ich habe einem Autofahrer geholfen, sein wegen zu viel Wasser von unten stehengebliebenes Auto aus dem Wasser zu schieben. Das Wasser war zu diesem Zeitpunkt etwa 40cm hoch auf dem Highway, sodass ich mit dem Rad zwar gerade noch so durchkam, allerdings waren meine Schuhe dabei meistens komplett unter Wasser. Ich war also sehr froh, als ich in Ingham endlich in meine Sandalen steigen konnte. Abends hörte ich dann noch eine ganze Weile, wie der REGEN immer stärker wurde. Am Morgen dachte ich zuerst, der REGEN hätte aufgehört, jedoch stellte sich bei genauerem hinhören heraus: still raining...Ich schaltete mein Radio ein und hörte gleich, dass im Umkreis viele Schulen heute ausfielen und Leute nicht zur Arbeit konnten. Fakt ist, dass der Highwayabschnitt, über den ich gestern noch nach Ingham gekommen war, wohl kurz nach mir gesperrt worden war und es wohl auch so aussah, dass es die nächsten 48 Stunden weiter REGNEN sollte und sehr wahrscheinlich auch der Highway weiter in Richtung Townsville bald gesperrt würde. Also rauf aufs Bike und raus in den REGEN... Auf den ersten 10km raus aus Ingham musste ich bestimmt insgesamt 2-3km durch Wasser fahren, von 2cm bis 40cm Tiefe. Hier ein kleiner Eindruck der Geschichte:

Das beste Ereignis (wahrscheinlich nicht für alle Beteiligte)war heute der zum Glück glimpflich (boah sieht das Wort mal wieder komisch aus!) verlaufene Zusammenstoß zwischen mir und einem kleinen Wallaby: Ich fuhr grade relativ relaxed den Highway entlang, der aufgrund der Sperrrungen hinter mir fast mir alleine gehörte und plötzlich, ich hatte grade auch noch meine Trinkflasche in der Hand, kam dieses kleine hüpfende Tier plötzlich vom Straßenrand genau vor mein Vorderrad, sieht mich, rutscht auf der nassen Straße aus, haut sich mächtig den Schädel irgendwo an meinem Rahmen an und hüpft hinterher äusserlich unversehrt davon...
Hier in Townsville ist eigentlich alles überschwemmt was geht. Bin nun für 3 oder 4 Nächte hier in einem echt angenehmen Backpacker-Hostel und erhole mich für den Trip durch das Outback, welcher dann über Charters Towers, Mount Isa, Three Ways und Katherine bis nach Darwin gehen wird.
Das wärs dann erstmal für heute, kann nicht mehr tippen :-)
Viele Grüße aus Townsville
Kai