kai-cycling-australia

Hallo! Hier werde ich euch über meine Erlebnisse auf meiner Fahrradreise durch Australien unterrichten und auch eventuell einige Fotos veröffentlichen! Viel Spass beim lesen + hinterlasst doch vielleicht auch ein paar Kommentare! Gerne könnt ihr mir natürlich auch an meine bekannte Adresse e-mails schreiben! Kai

Donnerstag, Oktober 15, 2009

Die Tour geht weiter :-)

Nach einer kleinen Pause habe ich mich nun entschlossen, in den nächsten Sommerferien meine Umrundung des roten Kontinents fortzusetzen!
Letzte Woche habe ich also meine Flüge gebucht: es geht direkt am ersten Ferientag los (24.Juni) und ich bleibe 5 Wochen drüben. Hinflug geht über Frankfurt und Singapur nach Darwin und der Rückflug dann zurück von Perth. Ich gehe davon aus, dass ich es in der relativ kurzen Zeit nicht ganz bis nach Perth schaffen werde, aber dort fahren auch viele Busse und die haben wohl auch Anhänger dabei für Fahrrad und so...
Apropos Fahrrad: leider habe ich nur 20kg Freigepäck und dort zählt auch das Rad dazu. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, entweder dort drüben ein Rad zu kaufen und es nach der Tour wieder zu verkaufen, oder aber danach wieder mit nach Hause zu nehmen. Kommt drauf an, was ich investieren muss denke ich. Aber 30 Euro pro Kilo Übergepäck sind harte Argumente...
Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich diese hier posten!

Grüße Kai

PS: Wo kommen eigentlich über 11000 Besucher hier her? Wow! Muss mir Sponsoren suchen glaub ich...falls mich jemand unterstützen möchte, ich fahre auch gerne etwas Werbung durch die Gegend ;-)

Dienstag, Juli 15, 2008

Letztes Posting...

Ich wollte nur kurz nachreichen, dass ich allen nochmals die Firma SCHWALBE ans Herz legen möchte!

Ich hatte der Firma einen Brief geschrieben und meine sehr guten Erfahrungen mit dem MARATHON PLUS geschildert, daraufhin wurde ich aufgefordert meine Reifen einzusenden. Im Anschluss bekam ich einen neuen Satz inklusive Schläuchen und Reifenhebern GRATIS zugesendet!!!

Für mich gibt´s also nur noch SCHWALBE Reifen, mittlerweile habe ich auch schon wieder einen neuen Satz erstanden :-)

Dienstag, April 03, 2007

Wieder zuhause!!!

Heute melde ich mich mal wieder aus Hannover!

Bin bereits am 24.März zurückgekommen und habe mich mittlerweile problemlos wieder eingelebt!

Dieses Posting werde ich dazu nutzen, noch ein paar Fotos zu veröffentlichen, welche ich bisher immer wieder vergessen habe.

Ausserdem gibt es noch ein kleines Resumee und einen wagen Ausblick...



Das hier ist Steven, welchen ich bereits in Townsville getroffen hatte. Wie man sehen kann, hat Steven immer seine beiden Hunde dabei, die er in dem Kinder-Fahrrad-Anhänger durch Australien chauffiert. Sehr erstaunt war ich ja davon, dass Steven auf knapp 2000km bereits 12 Plattfüße erlitten hatte und ich bis zum Ende meiner Tour nicht EINEN EINZIGEN Platten hatte! Das verdanke ich wohl eindeutig meinen Reifen von Typ Schwalbe Marathon Plus, mit welchen ich SEHR zufrieden war und bin! Diesen Reifen empfehle ich uneingeschränkt jedem, der viel mit dem Rad fährt. Die paar Euros, die diese Reifen mehr kosten als Andere zahlen sich auf jeden Fall aus!!!

Ich werde in den nächsten Tagen auch mal meine Feedbacks an die Hersteller meiner Top- und Flop-Ausrüstungsbestandteile verfassen und abschicken. Bin ja sehr gespannt, welche Reaktionen sich so einstellen werden...werde hier aber natürlich auch darüber berichten. Besonders die Reaktion der Firma SALEWA auf meinen derzeit in Arbeit befindlichen Beschwerdebrief interessiert mich sehr, denn insgesamt habe ich 10(!) gebrochene Zeltstangen-Elemente gehabt und ich habe das Zelt nur höchstens 50-60mal aufgebaut. Das kann ja wohl nicht angehen denke ich...

Durfte übrigens auf dem Rückflug insgesamt über 350 Dollar für Übergepäck bezahlen, das hat mich natürlich geschockt, aber dalassen wollte ich natürlich auch nichts, also musste ich bezahlen :-(

Als Resumee kann ich sagen, dass ich auf jeden Fall eine unvergessliche Zeit in Australien hatte! Obwohl mir einige Dinge dort drüben nicht wirklich gefallen haben und ich mir nicht vorstellen könnte, dort zu leben, war es ein toller Aufenthalt und gerade diese Art zu reisen (mit dem Fahrrad) ist wirklich eine richtig gute Sache! Man erfährt quasi das Land und erlebt und fühlt viel mehr als andere, die nur mit dem Bus oder mit dem Auto durch die Gegend fahren.
Daher steht für mich auch definitiv fest, dass das nicht mein letzter Fahrradurlaub war! Als nächste Ziele schweben mir Island oder Skandinavien vor...also mal sehen wann es mich wieder in die Ferne zieht :-) In jedem Fall werde ich aber natürlich auch wieder einen Blog einrichten, sodass meine Erlebnisse wieder hautnah miterlebt werden können!

Also dann, bis bald

Kai, der Weltenbummler

Montag, März 12, 2007

Kakadu und Litchfield Nationalparks

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Es ist mal wieder soweit: Neuigkeiten aus dem nördlichen Australien (auch Top End genannt)!

Am Mittwoch und Donnerstag habe ich eine Tour in den Kakadu-Nationalpark gemacht. Und gleich vorweg, bevor ihr auf falsche Gedanken kommt (soll ja dem einen oder der anderen durchaus passieren-will hier aber keine Namen nennen ;-) ...der Name hat nix mit der Vogelart zu tun, sondern mit dem Aborigines-Stamm der Gagadju, die dort ansässig waren. Auf jeden Fall ist dieser Nationalpark hier in Oz sehr berühmt, weil es hier hunderte von verschiedenen Tierarten sowie sehr viele kulturelle Sehenswürdigkeiten der Aborigines (vor allem Felsmalereien) zu bewundern gibt. Leider habe ich letztere nicht zu sehen bekommen, da keiner aus meiner Reisegruppe (wir waren insgesamt 8 Personen) daran ebenfalls interessiert war.
Wir haben aber gleich am ersten Morgen einen kleinen Einblick in ein paar Aborigine-typische Dinge von einem echten Nachfahren der Ureinwohner erhalten-wir haben fruchtlos probiert mit einem Speer samt Speerwerfer ein Ziel zu treffen, uns mit dem Didgeridoo versucht (auch meist relativ erfolglos) sowie eine Muschelkette angefertigt (die hielt bei den meisten sogar bis zum nächsten Morgen)
Danach sind wir in den Park gefahren und haben dort verschiedene Wasserfälle sowie Aussichtspunkte besucht. Auf den Wanderwegen dorthin hat uns unser Guide ein paar erstaunliche Überlebenstricks der Ureinwohner sowie ein paar exotische Pflanzen und Tiere erläutert. Unter anderem habe ich am Hinterteil einer grünen Ameise geleckt, denn diese Ameisen sondern ein sehr geschmacksintensives Sekret ab, welches die Ureinwohner zum würzen ihrer Speisen benutzen. Es schmeckt wie Zitronensaft und mittlerweile gibt es wohl sogar schon Restaurants, die zum Beispiel Fischgerichte mit grünen Ameisen als Beilage auf ihrer Karte haben!

Auf den folgenden beiden Fotos versteckt sich jeweils ein Tier der selben Art, welche uns auf dem Weg zu einem der Wasserfälle über den Weg "gelaufen" sind.





Einige der zahlreichen Wasserfälle könnt ihr auf den nächsten Bildern bewundern.





Übernachtet haben wir an einem Roadhouse in einem immerhin klimatisierten Schlafsaal. Der Donnerstag ging so weiter, wie der Mittwoch aufgehört hatte-es ging von einem Wasserfall zum Nächsten. Insgesamt war ich ein wenig enttäuscht, erstens wegen der nicht besuchten Felsmalereien und zweitens weil die eigentlich im Programm der Tour befindliche Krokodile-in-der-Wildnis-beobachten-Tour aufgrund der immernoch sehr viel Wasser führenden Flüsse ausgetauscht wurde gegen einen Besuch in einer Krokofarm, wo die Tiere nur ihrer Haut wegen gezüchtet werden.

Am Freitag lag dann noch eine Tages-Tour in den Litchfield-Nationalpark an Diese Tour gefiel mir besser, aber vielleicht auch nur, weil ich nicht so viel vorher über den Park gehört hatte und deshalb meine Erwartungen nicht so hoch waren.
Es standen wieder einige Wasserfälle auf dem Programm und wie auch schon im Kakadu konnten wir an einigen Stellen ein kurzes Bad einlegen.
Unter anderem haben wir ein riesiges Termitenhügelfeld besucht, auf dem alle Hügel ganz exakt in einer Nord-Süd-Achse ausgerichtet sind, damit im Inneren die Wärme der Vor- und Nachmittagssonne perfekt als Heizanlage dienen kann. ->siehe folgendes Foto!



Der folgende Bau einer anderen Termitenart ist fast 6 Meter hoch und mit Abstand der Größte, den ich bisher gesehen habe!



Als wir mit unserem Bus weiterfuhren, bremste unsere Tourführerin plötzlich ab, legte den Rückwärtsgang ein und...niemand von den 11 Passagieren konnte anfangs entdecken, was sie im Vorbeifahren an einem Baum neben der Straße entdeckt hatte. Doch dann sahen wir es: es war ein sogenannter Frilled Lizzard, der als Verteidigungsmaßnahme seinen am Hals befindlichen "Kragen" aufstellen kann um dadurch größer zu wirken als er eigentlich ist. Und hier ist er:



Das Wochenende habe ich zum größten Teil am Pool verbracht, denn es ist fast gar nirgendwo anders auszuhalten! Entweder es regnet wie aus Eimern oder die Sonne knallt so stark vom Himmel, dass man es nicht aushält-Die Luftfeuchtigkeit von mindestens 80% möchte ich mal gar nicht erwähnen...Und das folgende Foto macht in etwa deutlich, wie warm mir gestern am Pool war:



Hier noch ein ganz nettes Foto vom gestrigen Sonnenuntergang-sehr passend dazu verliess auch noch ein großes Kreuzfahrtschiff Darwin. War ein sehr beliebtes Fotomotiv und ich musste mich fast an eine gute Position "vorkämpfen" ;-)



Ausserdem gibt es noch andere Neuigkeiten:
Und zwar werde ich von hier aus am 18.März nach Sydney fliegen und bis zu meinem Rückflug über Hongkong und Frankfurt am 23./24. März höchstwahrscheinlich nochmal bei Britta und Christoph in Berowra vorbeischauen. Nehme nun doch nicht den Zug, denn der hätte mich letztendlich über 800$ gekostet-der Flug allerdings nur 225! Ich werde also am 24.März gegen Mittag wieder in Hannover sein, genauergesagt in Pattensen, da meine Wohnung ja noch bis Ende März vermietet ist. Wann mein Flugzeug landet kann ich leider nicht sagen, weiss nur dass ich Frankfurt mit ner Lufthansa-Maschine um 9h35 abfliege-schätze also dass ich gegen 10h50 in Hannover ankomme :-)

Noch was Lustiges zum Schluss gefällig?
Den witzig-lockeren Kollegen hier habe ich gestern abend an einem Baugerüst sitzend entdeckt :-)



So, das war's erstmal wieder von mir, ich denke ich werde mich nochmal aus Sydney melden und versuchen, mich vorher nochmal durch die Darwin-Hitze zu quälen, damit ich auch noch ein wenig von der Stadt sehe (und nicht bloß den Pool ;-)

Viele Grüße
Kai

ps: Ich fürchte fast, dass das mit den Krokos nix mehr wird, obwohl ich jetzt gehört habe, dass jedes Jahr um die 200 Salzwasserkrokodile im Hafenbereich von Darwin mit Fallen gefangen werden!

psps: Es gibt noch immer eine Kommentarfunktion... ;-)

Montag, März 05, 2007

Geschafft

Nach genau 7293km auf dem Tacho habe ich gestern gegen Abend dieses Foto an der Promenade in Darwin gemacht(Man sieht zwar nicht viel, aber hinter mir ist das Meer...) Wie man vielleicht sehen kann war meine Laune zu dem Zeitpunkt gut bis sehr gut :-) Und das kam nicht von ungefaehr sag ich euch...



Nachdem ich von Katherine aus am Freitag ganz locker bei angenehm bedecktem Wetter und ab und an einem bisschen Nieselregen auf nur knapp ueber 90km bis nach Pine Creek geradelt war und mir dort auf einem kleinen Campingplatz eine "Cabin" fuer eine Nacht gebucht hatte, lernte ich meine beiden Nachbarn Derrick und Dave kennen, die mir auch gleich berichteten, dass sie mich bereits ein paar Wochen zuvor mit dem Auto ueberholt hatten und sich dabei gefragt haben:"Was macht der Typ bloss hier in der verlassenen Gegend mit seinem Pushbike?(australischer Begriff fuer Fahrrad)"
Die Beiden wollten zufaellig grade den Nachmittag nach Darwin zum Flughafen, da dort noch Derricks Auto auf dem Parkplatz stand und jeden Tag weiter Geld kostete. Also fragten sie mich, ob ich mir nicht schonmal die Strecke anschauen wollte, die ja in den folgenden Tagen noch vor mir lag...ein wenig zoegerte ich, doch eine Stunde spaeter sass ich schon hinten im Auto. Von Pine Creek waren es noch 225km bis nach Darwin. Ab der Haelfte der Strecke fing es dann an, wie aus Eimern zu regnen. Und der Regen hoerte auch bis zum naechsten Morgen nicht wieder auf. Die Rueckfahrt im Auto war echt kein Vergnuegen, denn das ganze Wasser von oben erschwerte doch ordentlich die Sicht und es war auch sehr viel Wasser auf der Fahrbahn, sodass Aquaplaning ebenfalls vorhanden war... Ebenso war eine der beiden Zufahrtsstrassen nach Pine Creek mehr als einen halben Meter ueberflutet, sodass wir(die zum Glueck vorhandene!) andere benutzen mussten.
Am naechsten Morgen als ich aufbrach, regnete es nicht mehr. Ich wollte diesen Tag eigentlich bis nach Adelaide River kommen, was 115km entfernt lag. Eigentlich. Denn nachdem ich bereits etwa 70km zurueckgelegt hatte, wurde ich von mehreren Autofahrern per Handzeichen darauf aufmerksam gemacht, doch besser umzukehren. Ein paar Minuten spaeter hielt ein Auto an und die Passagiere gaben mir zu verstehen, dass ein Durchkommen heute mit Sicherheit nicht moeglich sei und dass die Ueberflutung bestimmt 2-3 Tage anhalten wuerde. Also kehrte ich um und fuhr zirka 10km zurueck zum Hayes Creek Roadhouse, wo ich dann schliesslich mein Zelt auf dem Campingplatz aufschlug. Und die Nacht dort war die bisher schlimmste meiner ganzen Reise. Es regnete fast durchgaengig und das Problem war nicht das Wasser von oben, sondern das Wasser, welches unter dem Zelt hindurchfloss und innerhalb weniger Minuten den Boden des Zeltes vollkommen durchnaesst hatte und alles was darauf lag ebenfalls. Zum Glueck hatte ich meine selbstaufblasende Schlafmatte, sodass ich darauf wenigstens eine kleine trockene Oase hatte. Aber schoen war es trotzdem nicht im geringsten. Schoen fand ich allerdings, dass am naechsten Tage schon frueh morgens wieder reger Verkehr auf dem Highway Number 1 herrschte. Nach der Nacht schwor ich mir aber, nachdem ich mein nasses Zelt, meine nasse Schlafmatte und meinen teils nassen Schlafsack eingepackt hatte, dass ich auf gar keinen Fall diese Dinge noch einmal benutzen wollte und dass ich folglich an diesem Tage mal wieder eine Marathonetappe zu meistern hatte. Es wurden am Ende 186km bis nach Darwin und ich glaube es hoerte erst 10 Minuten vor Darwin auf zu regnen. Auf dem Weg passierte ich auch die beiden Stellen, an denen den Tag zuvor die Strasse geflutet war. Hier ein Foto der zweiten Stelle, die ich passierte.



Die Fahrt war anfangs ziemlich bescheiden, da ich bis zum Kilometer 60 kein Fruehstueck zu mir genommen hatte, doch am ersten Roadhouse fuellte ich erstmal meine Speicher und ab dort ging es dann deutlich besser voran.
Bis Darwin schaffte ich es also bis 18h30 und hier bin ich nun (fuer meine Verhaeltnisse) richtig komfortabel in der Jugendherberge abgestiegen. Ein trockenes Bett und eine Klimaanlage! Unglaublich, wie man sich ueber sowas freuen kann...

Habe heute mit meiner Airline telefoniert und mir einen frueheren Rueckflug reserviert, welcher statt am 12. April bereits am 23. Maerz von Sydney Richtung Frankfurt startet. Muss das Ganze nur noch morgen bestaetigen und dann komme ich schon etwas frueher zurueck :-) Bin halt einfach ein Schneller!

Von Darwin aus wuerde ich gerne noch den Kakadu Nationalpark besuchen sowie auch unbedingt Krokodile in freier Wildbahn sichten. Vorher steige ich in keinen Flieger ;-)

Werde natuerlich hier die neuesten Entwicklungen sofort bekanntgeben!

Bis dann
euer Kai :-)

Mittwoch, Februar 28, 2007

Katherine Gorge (Nitmiluk) National Park

Hallo!
Wie versprochen kommen heute die Fotos aus dem Katherine Gorge National Park von gestern. Es handelt sich dabei um einen Canyon, der vom Katherine River in die Felsen geschnitten wurde. Der komplette Park ist vor ein paar Jahren wieder in den Besitz der urspruenglichen Eigentuemer, den Yawron-Aboriginals, uebergegangen, nachdem er ihnen damals von den ersten europaeischen Siedlern einfach genommen worden war. Somit gehen die Einnahmen der Touren dort auch an diese urspruenglichen Eigentuemer, welche sich um den Erhalt der einzigartigen Natur dort kuemmern.

Die Tour fuehrte durch 2 der 13 "Gorges" (heisst soviel wie Schlucht oder Tal) und es war beeindruckend zu sehen, wie tief sich das fliessende Wasser im Laufe der Millionen Jahre in den harten Felsen gefressen hat.





Tiermaessig soll es dort sehr viele Suesswasserkrokodile geben, jedoch war fuer mich natuerlich wieder keines zu entdecken :-( Salzwasserkrokodile verirren sich wohl nur sehr selten in diesen Bereich des Katherine River(erst 3 Stueck in den letzten 15 Jahren). Sonst gibt es dort maechtig viele Wallabies wie ueberall hier in der Gegend und auch viele verschiedene Vogelarten. Auf der Tour selber habe ich allerdings nur diesen hier gesehen(siehe Foto unten), der sich mit ausgebreiteten Fluegeln trocknen liess sowie auf der Heimfahrt ich einen Wedgetail-Eagle, ein wirklich riesiger Adler, der direkt neben der Strasse sass!(leider konnte ich von ihm so schnell kein Foto machen, da ich selbst so ueberrascht war...aber bei google findet man Bilder)



So, morgen werde ich weiter in Richtung Norden, hoechstwahrscheinlich bis nach Pine Creek fahren, dann uebermorgen bis Adelaide River und den naechsten Tag bin ich dann in Darwin :-)

Viele Gruesse
Kai

Dienstag, Februar 27, 2007

Endlich mal wieder ein wenig Zivilisation+Good News!!!

Hallo Leute,
heute schreibe ich meinen Bericht aus Katherine, wo ich seit bestimmt zwei Wochen mal wieder in einem richtigen Bett schlafen kann und sogar Klimaanlage und eigenen Kuehlschrank im Zimmer habe!!!

Nachdem ich gestern angekommen bin und mir mein Quartier gesucht hatte, versuchte ich auch gleich mal, meine Nachrichten auf dem AB abzuhoeren. Doch leider hatte diese besch..... Mailbox alle Nachrichten bereits geloescht, die aelter als eine Woche waren!!! Ich habe dann noch versucht, an der Hotline Hilfe zu erhalten, doch dort war nur ein Typ mit heftigem Akzent am Start der meine Angaben erst beim 5ten Mal verstanden hat und mir im Endeffekt nur geraten hat, dass ich zu einem OPTUS-Shop gehen soll mit meinem Problem. Witziger Typ irgendwie. Der naechste Laden ist mit Sicherheit erst wieder in Darwin anzutreffen und das sind noch etwas mehr als 300km von hier aus!

Also kann jetzt ruhigen Geweissens jeder behaupten, er haette mir auf den AB gesprochen zu meinem Geburtstag. Kann es ja nicht mehr nachvollziehen...

Hier in Katherine werde ich nun erstmal 4 Tage naechtigen und mal wieder ein wenig die Zivilisation geniessen. War die letzten Wochen echt hart ohne Laden in der Naehe wo man alles bekommt was man moechte und dann noch zu einigermassen guenstigen Preisen. Fuer morgen habe ich eine kleine Tour gebucht in den Nitmiluk-Nationalpark mit Bootstour. Soll eine sehr schoene Tour sein und ich lasse mich mal ueberraschen...

Nun die good News aus Germany: Kai hat einen Platz im Seminar Hannover bekommen, sodass er nicht seine Wohnung raeumen muss und eventuell sogar an seiner Lieblingsschule in Pattensen seinen Vorbereitungsdienst absolvieren kann :-) Darueber freue ich mich natuerlich SEHR!

Ach ja, aktueller Kilometerstand betraegt 6950km ;-)

Viele Gruesse nach Hause
Kai

P.S.: Ueberlege uebrigens von Darwin aus mit dem Ghan(Zug)nach Adelaide und von dort aus mit dem Indian-Pacific nach Sydney zurueckzufahren. Kostet zwar etwas mehr als fliegen, aber ist mit Sicherheit das schoenere Erlebnis...

P.S.: Morgen nach der Tour gibts bestimmt mal wieder ein paar schoene Fotos hier zu entdecken fuer euch :-)

Donnerstag, Februar 22, 2007

Neuartige "Flow-Erlebnisse", einsamer Geburtstag und absolute Kommunikationslosigkeit...

Hallo liebe Leser!

Ich kann mich endlich mal wieder melden :-)
Bin seit gestern in Elliott und fahre morgen weiter.

Mein Aufbruch von Mount Isa aus am Donnerstag war anfangs noch von vollem Eifer und guter Laune gepraegt, da die mir angekuendigten Berge auf meinem Weg nicht so wild waren, wie ich befuerchtet hatte. Also entschied ich, die Strecke bis nach Camooweal in einem Stueck zu fahren. Eine sehr schwerwiegende Entscheidung wie sich spaeter herausstellen sollte...
Laut meiner Landkarte sollten es 188km sein, am Ende jedoch standen 204 auf meinem Tacho. Die Fahrt wurde ab etwa dem 160sten km immer beschwerlicher. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Und da ich meinem Koerper was Gutes tun wollte, trank ich die ganze Zeit was das Zeug hielt. Und das war auch den ganzen Ritt ueber kein Problem, da ich genuegend zu trinken dabeihatte(ueber 20 Liter). Das Problem begann, als ich nur noch pures Wasser uebrig hatte und meine Orangen-Konzentrat-Flasche leer war. Also warmen Orangensaft kriege ich ja problemlos runter, aber warmes bis heisses pures Wasser find ich echt schwierig. Und so geht es meinem Magen wohl auch. Das war dann auch der Grund, warum zirka 20km vor Camooweal mit einmal heftige Uebelkeit und absolutes Flauegefuehl bei mir einsetzte und ich mich am Strassenrand hinsetzen musste. Zu dem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, was mit mir los war und ich versuchte, noch mehr Wasser zu trinken und stopfte mir einen Muesliriegel rein obwohl Hunger das Letzte war, was ich verspuerte. Nach ein paar Minuten musste ich mich dann zweimal uebergeben, wobei nur klares Wasser rauskam. Also muss es am warmen Wasser gelegen haben, denn danach war alles wieder den Umstaenden entsprechend gut. Bis auf dass ich den Abend echt kaum mehr auf den Beinen stehen sowie fast nix essen konnte. Aber mein Zelt habe ich grad noch so aufgestellt bekommen...

Am naechsten Tag ging es dann weiter. Ich kam den ganzen Tag ueber nur an der Grenze ins Northern Territory (siehe Foto!) sowie an einer sehr abgelegenen Polizeistation vorbei und schlug mein Zelt auf einem Rastplatz nach 140km auf. Geduscht wurde unter einer Flasche, in welche ich Wasser aus einem grossen Wassertank gefuellt hatte, welcher auf dem Rastplatz aufgestellt war. Die Nacht war angenehm und ich hatte auch noch Gesellschaft von einem Truckie sowie zwei Leuten mit einem Campervan.




Am Samstag(meinem Geburtstag!) fuhr ich von dem Rastplatz aus bis zu einer Raststaette, welche sich Barkly Homestead nennt. Etwas mehr als 130 sehr einsame Kilometer mit auf der ersten Haelfte teils sehr kraeftigem Gegenwind waren zu schaffen. Doch etwa auf der Haelfte der Strecke stoppte mich Lautstark die "Besatzung" eines Miet-Gelande-Campers auf der Strecke. Anja und Peter aus Frankfurt waren sehr angetan davon, einen Deutschen Radler im Sommer mitten im Outback zu treffen und wir unterhielten uns eine ganze Weile und die Beiden ueberreichten mir mein erstes Geburtstagsgeschenk: eine KALTE 2-Liter-Flasche Wasser :-) Darueber habe ich mich echt sehr gefreut und ich muss sagen, dass sie nicht besonders lange gehalten hat ;-)
Als sich die Beiden Frankfurter von mir verabschiedeten, gab es auch gleich mein zweites Geschenk: Der Wind hatte sich besonnen und wehte von nun an nur noch von hinten :-)
Und das dritte Geschenk wurde dann der Mixed-Grill-Teller im Barkly Homestead :-)

Am Sonntag liess ich es ruhig angehen, da ich sowieso wusste, dass eine weitere Uebernachtung auf einem Rastplatz neben der Strasse auf mich wartete. Also machte ich an diesem Tag nur 80km und schlug dann -voellig alleine- mein Zelt auf einem Parkplatz auf. Und das war schon echt ein Erlebnis! Man glaubt gar nicht, was so fuer Geraeusche von den verschiedenen Tieren in der Nacht von sich gegeben werden...

Montag fuhr ich nochmal 75km bis zur Kreuzung des Barkly Highway, auf welchem ich nach Westen gefahren war und dem Stuart Highway, den ich seitdem in Richtung Norden(Darwin) befahre(siehe Foto!). Ich entschied mich, hier am Three Ways Roadhouse eine Nacht zu campen, auch da mein linkes Knie leicht zwickte und ich keinen Totalausfall riskieren wollte.



Dienstag machte ich dementsprechend auch wieder nur 80km und naechtigte total abgelegen auf einer Rinder-Station mit angeschlossenem Campingplatz namens Banka Banka.

Mittwoch hatte ich sehr scheonen Wind, welcher immer mindestens von der Seite kam und mich gut voran brachte. Ich passierte Renner Springs, welches sich nur als ein einziges Roadhouse herausstellte und fuhr insgesamt 162km bis nach Elliott, der ersten richtigen "Siedlung" seit Camooweal. Hier bin ich nun auf einem Campingplatz und morgen gehts weiter (hoffentlich) bis nach Daly Waters, wo es einen sehr interessanten Pub geben soll ;-)

Und am Freitag oder Samstag, wenn ich Mataranka erreiche, werde ich dann hoffentlich auch mal wieder Empfang mit meinem australischen Handy haben. Der war nun seit ueber einer Woche nicht mehr vorhanden und wer mich kennt, der weiss dass ich fast sterbe! Zudem ich auch noch nicht mal meinen AB abhoeren konnte, wo ja hoffentlich noch die einen oder anderen Geburtstagsgruesse auf mich warten!

So, ich will der Buecherei, in der ich grade am tippen bin nicht noch mehr Dollars in den Rachen werfen, also verbleibe ich bis in ein paar Tagen und wuensche euch allen einen schoenen Tag!

Und auf diesem Wege nochmal Allen ein liebes Dankeschoen, welche mir per email, per Kommentar hier im Blog oder per SMS/AB-Nachricht Glueckwuensche haben zukommen lassen! Habe mich sehr gefreut, dass ihr alle an mich gedacht habt :-)

Kai

Dienstag, Februar 13, 2007

Mount Isa

Hallo an Alle! Es ist wieder soweit-News aus Oz von Kai!

Ich habe es gestern bis nach Mount Isa geschafft und gönne mir hier nochmal luxuriös ein paar Tage Verschnaufpause :-)
Denn die letzten Tage waren doch relativ anstrengend und hier kann ich meine Akkus nochmal etwas nachladen bevor es auf das wohl härteste Stück meiner Tour geht...

Nachdem ich Hughenden verlassen hatte, erreichte ich nach der bisher längsten (ca.125km) Strecke ohne bewohnte Häuser in Sichtweite Richmond, wo ich gleich am selben Abend noch das "Kronosaurus Korner"-Museum besuchte, in dem weitere Dinosaurier-und Fossilienfunde zu bewundern waren. Nirgends in Australien werden mehr Fossilien gefunden als im Bereich Hughenden/Richmond.
Am Samstag fuhr ich weiter bis nach Julia Creek, was eine Strecke von 160km war. Leider jedoch hatten dort bereits alle zwei Geschäfte geschlossen, sodass ich keine Chance hatte, meine absoluten Lieblingscerealien (Kellogg's Crunchy Nuts oder Coco Pops) zu kaufen. Das kam einer kleinen Katastrophe nahe kann ich euch versichern. Zu allem Unglück wurde ich auf der Strasse von einem Passanten angesprochen, der mich, nachdem ich ihm Details meiner Reise erläutert hatte, auf EIN Bier in den hiesigen Pub einlud. Na gut. Aus einem wurden letztendlich vier Bier. Und das Ganze auf nüchternen Magen bei mindestens 35 Grad im Schatten hat mir schon einen ordentlichen Schwipps verpasst. Auf Australisch war ich also mächtig "pissed"!
Am Sonntagmorgen hatte ich dann also zum Frühstück nur 3 Schoko-Müsliriegel, von denen ich zum Glück immer einige im Gepäck habe. Sehr unbefriedigt radelte ich also los und erreichte nach etwa 150km das wirklich schöne Örtchen Cloncurry, wo es sogar einen Laden gab, der geöffnet hatte. Cloncurry ist damals entstanden, weil in der Nähe grosse Kupfervorkommen entdeckt wurden. Ausserdem wurde hier der Royal Flying Doctors Service gegründet, welcher Kranken Menschen in abgelegenen Gebieten mit Hilfe von Flugzeugen zuhilfe kommt. Zu guter Letzt kann ich berichten, dass in Cloncurry am 16ten Januar 1889 Australiens höchste bisher gemessene Temperatur in bewohntem Gebiet festgehalten wurde: sagenhafte 53,1 Grad Celsius im Schatten! Hier der Beweis, welcher kurz vorm Ortseingang aufgestellt ist und Besuchern ein warmes Willkommen vorhersagt:



In der Gegend um Cloncurry ist die Landschaft wieder hügeliger und dadurch nicht mehr so eintönig wie auf den 3 Tagesetappen. Hätte ja nie gedacht, dass ich mich mal wieder über Hügel auf meiner Strecke freuen würde, aber es war echt sehr angenehm.
Die Fahrt von Cloncurry nach Mount Isa am Montag war einfach nur traumhaft! Erstens ist die Landschaft in ihrer Schroffheit einfach nur zu bestaunen (siehe Foto unten) und zweitens hatte ich etwas, was man in der Fachsprache als "gutes Bein" bezeichne,-keiner der zahlreichen Anstiege hatte eine Chance gegen mich. Man könnte auch sagen: es lief einfach wie geschmiert...wobei ich nicht genau weiss, womit dieses Formhoch zusammenhing. Eventuell mit der Doppelladung Konservenessen, welches man nach dem öffnen der Dose am liebsten gleich in den Müll schütten möchte, dann aber mit geschlossenen Augen und nach ordentlicher Beigabe von Salz und Pfeffer doch eine gewisse Schmackhaftigkeit feststellen kann. War halt mal was anderes als Nudeln und seit gestern habe ich nun auch immer mindestens eine Dose "Vegetables and Steak" im Gepäck :-)



Auf dem Weg nach Mount Isa habe ich dann auch den ersten Roadtrain im Strassengraben gesehen-der hatte mich ein paar Minuten zuvor noch überholt und nun lag die Zugmaschine auf der Seite und einer der drei Hänger war auch umgekippt und hatte eine grosse Ladung Sand auf der Strasse verteilt.



Als ich meinen ersten Blick auf Mount Isa warf, wusste ich sofort, dass ich nicht mit der Beschreibung im Lonely Planet Reiseführer übereinstimmt. Zitat dort: "Mount Isa ist eine Stadt von unglaublicher Schönheit..." Das folgende Foto bietet die Gelegenheit, euch euer eigenes Urteil zu bilden. Also wer diese verqualmte Stadt mit den riesigen Schornsteinen schön findet, muss glaube ich echt in Bitterfeld aufgewachsen sein!



Obwohl es auch einiges Interessantes über diese Stadt im Outback zu erzählen gibt; und zwar ist Mount Isa wohl die flächenmäßig größte Stadt der Welt, ungefähr so groß wie die Schweiz. Ausserdem ist die Mount Isa Mine der weltgrößte Produzent für Blei und Silber sowie einer der Größten für Kupfer. Naja, nicht schön, aber unglaublich reich würde ich sagen...

Noch ein paar Infos vielleicht? Also das Wetter hier ist unglaublich heiss (heute 40 Grad) aber bei weitem nicht so feucht wie an der Ostküste (in Townsville oder Cairns). Ich hatte ja eigentlich ziemliche Bedenken wegen der Hitze, zudem ich auch von einigen Leuten gehört hatte, dass ich bloß über Mittag nicht auf dem Rad weiterfahren sollte usw. aber mir macht die Hitze echt überhaupt nichts aus. Wenn man nämlich wie ich ordentlich schwitzt und dann der Fahrtwind das Wasser von der Haut pustet, entsteht so viel Verdunstungskälte, dass es keine Rolle spielt ob die Luft auch 40 Grad hat oder mehr. Wenn ich mir während der Fahrt an die Schultern fasse sind die auf jeden Fall immer richtig kalt. Vorraussetzung ist natürlich, dass man genug trinkt!
Die letzten Tage bin ich auch schon immer zwischen 5 und 5h30 aufgestanden, sodass ich bereits kurz nach Sonnenaufgang in angenehmer Kühle losstarten konnte.
Ein grosses Problem wären die vielen Fliegen gewesen, die sich hier an vielen Stellen einfach nur so tummeln. Doch zum Glück hatte ich bereits in Townsville in weiser Voraussicht ein Moskitonetz zum über-den-Kopf-ziehen erworben, welches nun schon mehrfach zum Einsatz gekommen ist. Ohne ein solches Netz muss man echt Nerven aus Stahl haben um nicht innerhalb von Minuten absolut durchzudrehen. Dabei ist das Verhalten der Viecher, obwohl sie den europäischen Verwandten absolut ähnlich sehen, um einiges aggressiver. Es wird direkt in Nasenlöchern oder Ohrmuscheln gelandet und sehr gerne werde auch Ausflüge um die Augen herum unternommen-allerdings alles ständig durch exzessive Flügelschläge unterbrochen. Also mit einem oder zwei Exemplaren ist es grade noch so erträglich, aber wenn es dann bis zu 10 auf einmal werden geht es nicht mehr ohne Netz überm Kopf. Sieht zwar scheisse aus und verschlechtert ein wenig die Sicht, aber der Fahrkomfort verbessert sich geradezu potentiell. Und so sieht das Teil dann bei Verwendung aus:



Die nächsten Etappen werden ziemlich lang werden und wohl nicht, wie bisher, regelmäßig mit einer warmen Dusche am Abend enden. Die Etappe von hier nach Camooweal mit etwa 195km werde ich versuchen an einem Tag zu schaffen, doch danach kommt ein Stück von 260km bis zur nächsten Örtlichkeit, da werde ich wohl neben der Straße bzw auf einem Parkplatz campen müssen. Und auch im Anschluss kommen nochmal knapp 200km vom "Barkly Homestead" bis nach "Three Ways" , die ich wohl auch nochmal splitten werde. Und von dort aus geht es dann nur noch in Richtung Norden und über Katherine nach Darwin. Von hier aus sind es noch zirka 1600-1700km für mich. Und mein aktueller Kilometerstand beträgt genau 5538km. Also rechne ich am Ende mit ungefähr 7100-7200 K's!

So, ich denke ich werde hier noch zwei Nächte den Hintern etwas erholen lassen und dann am Donnerstag weiter radeln. Der Handy-Empfang dürfte die gesamte nächste Woche ab Donnerstag sehr schlecht bis gar nicht vorhanden sein, aber ich denke per email bin ich dann wohl besser zu erreichen. Nur falls was wichtiges sein sollte ;-)

Bis demnächst
Der Kai

Donnerstag, Februar 08, 2007

Der Overlanders-Way...



Guten Tag verehrte Leserinnen und Leser (mal ein bisschen foermlicher Heute ;-)

Heute funke ich Lebenszeichen aus Hughenden (sprich: Jhuunden), etwa 400 km westlich von Townsville. Nachdem Ich schon fest mit einem mehrwoechigen Aufenthalt in Townsville aufgrund der rundherum verheerenden Ueberschwemmungen gerechnet hatte, konnten meine vom weinen wunden Augen dann doch am Montagmorgen im Internet sehen: Strasse Richtung Westen ist wieder freigegeben! Also nicht lange gezoegert und ab aufs Rad. Am Montag radelte ich also von Townsville bis nach Charters Towers, einer Stadt die aufgrund eines Goldfundes Mitte des 19 Jahrhunderts aus dem Boden gestampft wurde. Der Weg dorthin war relativ beschwerlich, da direkt an der Kueste neben Townsville ziemich hohe Berge sind und es etwas ueber 150km waren an diesem Tag. Um so froher war ich dann, dass ich ein guenstiges Hotel gefunden habe, in dem ich die Nacht verbringen konnte. Zum zelten war das Wetter hier noch zu regnerisch. Am Dienstag ging es dann weiter, und obwohl im Internet noch stand, dass der Highway weiter Richtung Westen immernoch ueberschwemmt sei, bekam ich an der Tankstelle die Auskunft: All free, good travels mate! Da war ich natuerlich echt froh und machte mich wohlgelaunt auf den Weg bis nach Pentland, einem kleinen "Ort" mit immerhin EINEM Campingplatz! Und guenstig war er auch noch - fuer laeppische 8$ machte ich es mir nach langer Zeit mal wieder in meinem Zelt bequem. In der Nacht regnete es fast durchgehend die ganze Zeit, sodass ein durchgehender Schlaf nicht grade moeglich war... Abends hatte ich mir noch den aktuellen Wetterbericht im Fernsehen angeschaut, der sich nicht wirklich toll anhoerte, denn es war immernoch ein Zyklon (australischer Wirbelsturm) ueber dem Golf von Carpentaria, welcher etwa 500km noerdlich von meiner Route entlangzog. Aber zum Glueck ist er aktuell wieder aufs Meer in Richtung Osten vom Festland abgezogen und es droht -zumindest von diesem- keine Gefahr mehr. Am gestrigen Mittwochmorgen stand ich extrafrueh auf, da ich einen weiten Weg vor mir hatte (152km) und ich nicht wusste, was mich huegelmaessig und windmaessig erwarten wuerde. Aber ich wurde sehr positiv ueberrascht: Nachdem ich die Great Dividing Range passiert hatte (das ist die Bergkette, die an fast der gesamten Ostkueste das Outback vom Kuestenbereich trennt) wurde das radeln echt zum totalen Vergnuegen! Der Wind pustete mir mit bestimmt 25-30 km/h in den Ruecken und es ging auch noch die meiste Zeit bergab. Vielleicht kam es mir auch nur so vor? Auf jeden Fall hatte ich gestern abend eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,7 km/h auf meinem Tacho stehen, das war auf jeden Fall mein schnellster Tag in Oz!
Hier in Hughenden habe ich auch noch das Campingschnaeppchen bisher abgegriffen: 5$ pro Nacht koennen und werden wahrscheinlich nicht unterboten werden! Hier bin ich nun schon den zweiten Tag, da es hier eine Art Museum gibt, in dem die in der Gegend zahlreich vorhandenen Fossilien und aehnliche Funde ausgestellt werden. Diese habe ich mir heute morgen schon angesehen und muss sagen dass es echt interessant war. Hier in der Gegend werden sehr viele Fossilien gefunden, weil vor hunderten Millionen Jahren hier mal ein grosser See war, in dem viele verschiedene Tiere lebten. Und auch Dinosaurier-Ueberreste wurden hier gefunden.

Insgesamt war ich bisher sehr positiv ueberrascht von dem Wetter hier. Ich hatte auf meiner ganzen Tour noch nicht so mildes und fuers radeln geeignetes Wetter als auf den letzten drei Tagen. Es ist erstens nicht mehr so feucht wie an der Kueste und zweitens war es die ganze Zeit bewoelkt und dadurch hatte die Sonne nicht die Kraft um die Luft zu erhitzen. Aber einen Sonnenbrand bekommt man trotzdem, wenn man sich nicht eincremt. Sogar wenn es den ganzen Tag richtig heftig regnet, darf man einfach nicht auf Sonnencreme verzichten-aus Fehlern lernt man ;-) Aber das Wetter soll nun auch in den naechsten Tagen wieder "normal" werden, das heisst um die 35-40 Grad und KEINE Wolken mehr. Ich weiss jetzt schon, dass ich die Wolken noch das eine oder andere Mal sehr vermissen werde...

Es muss sich auch uebrigens keiner Sorgen machen, dass ich hier verloren gehe-auf der Strecke welche ich fahre, dem sogenannten Overlanders Way sind so viele Autos und Trucks Richtung Mount Isa unterwegs, dass mich schon ein Ufo entfuehren muesste, damit man mich nicht mehr findet. Apropos Trucks, hier fahren nun auch die richtig fetten Road Trains mit bis zu 4 Anhaengern. Ist schon echt gewoehnungsbeduerftig, wenn der LKW der einen grade ueberholt gar nicht mehr aufzuhoeren scheint. Und der letzte Anhaenger macht manchmal Schlangenlinien mit bestimmt einem Meter Weite. Aber zum Glueck ist hier nicht so viel Verkehr, dass die Truckies immer genug Platz beim Ueberholen haben und ihn mir auch zugestehen...hier mal ein "kurzes" Exemplar, welches ich grade auf dem Weg zum Internetcafe aufgenommen habe:



Auf der Strecke hat sich auch die Natur schon leicht veraendert. Bis zur Great Dividing Range war noch sehr viel bewaldetes Gebiet zu sehen, doch kurz danach verschwanden die Baeume und nun ist fast nur noch Grasland zu sehen. Kurz vor Hughenden hatte ich ein Stueck, auf dem es zirka 25km nur geradeaus ging und an beiden Seiten sooo viel nichts war, das war echt unglaublich. Die Weite fasziniert echt. Habe vorher immer gesagt: Na gut, dann ist da halt nix, aber? Aber nun muss ich sagen, dass haut echt ganz schoen rein und produziert echt ganz schoen Gaensehaut wenn man da durchfaehrt. Habe ein Foto von der bis an den Horizont reichenden Strasse gemacht um einigermassen die Dimensionen aufzuzeigen:



Morgen frueh geht es weiter nach Richmond, "nur" 112km sollen es sein. Mal ueberraschen lassen. Aber morgen abend habe ich dann die Haelfte auf dem Weg nach Mount Isa geschafft, wo ich dann wohl auch mal wieder mein Handy benutzen kann. Hier ist naemlich absolut nichts zu empfangen und erst in Mount Isa werde ich mich wieder ueber SMS von euch freuen koennen ;-) Also keine Sorgen machen, wenn ich die naechsten 4-5 Tage nicht antworte!

Freitag, Februar 02, 2007

The Wet



Also diese Titelseite gibt so ungefähr meine letzte Woche wieder: WET WET WET...

Aber erstmal ein dickes Hallo an alle treuen Leser (nach der Flut an Kommentaren weiss ich ja nun sicher, dass es sie wirklich noch gibt ;-) !!!

In Kurzfassung kann ich euch mitteilen:
Tauchen noch in Cape Tribulation war ein Mega-Knaller, danach die Fahrt durch die Atherton Tablelands war echt die Hölle-der Regen begann hier (natürlich erst, als ich schon oben war...) und es war saumäßig steil und heiss (weil beim hochfahren halt noch kein Regen in Sicht war...), die folgenden drei Tage durch diese Hochebene: REGEN, dann gestern (Mittwoch): REGEN und heute: REGEN + Jung-Wallaby angefahren + hinter mir wurde der Highway gesperrt wegen Überflutung.

Also von vorne und gaaanz ausführlich (endlich mal wieder!):

Wie gesagt, das Tauchen von Cape Trib aus war richtig gut! Erstens war das Boot, welches in der Hochsaison bis zu 35 Leute mitnimmt, mit nur 10 Passagieren sehr schwach belegt und daher hatten alle genügend Platz an Bord. Zweitens war der erste Tauchgang noch nicht ganz so gut, aber dafür der zweite! Habe zwei geführte Tauchgänge gemacht, weil ein ortskundiger Taucher wohl die besten Spots kennen sollte. Beide fanden am Mackay-Reef statt, welches ungefähr eine Stunde per Boot vor der Küste liegt. Wie gesagt, der erste Versuch war zwar auch schön, aber es gab nix wirklich Neues für mich zu sehen. Beim zweiten, welcher an der sogenannten "Turtle-Corner" stattfand, habe ich jedoch zwei Meeresschildkröten direkt vor mir gehabt und das war, würde ich sagen, das Beste was mir in diesen 2,5 Monaten bisher passiert ist. Diese totale Ruhe dort unten und dann diese sanften Bewegungen der Turtles beim schwimmen-der Anblick hat sich auf jeden Fall ganz fest in mein Hirn gebrannt und geht auch hoffentlich nicht mehr da raus ;-)
Natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemach!, damit ihr euch auch ein Bild machen könnt:



Dann am nächsten Tag wollte ich eigentlich auf einen Berg wandern, auf welchem sich ein Aussichtspunkt befindet. Leider/zum Glück verpasste ich allerdings das Hinweisschild und wanderte einfach auf der "Hauptstraße" weiter, bis ich nach einer Weile an diesem Schild vorbeikam



Ab hier war also keine normale Straße mehr vorhanden, wie ich auch sehen konnte als ich um die nächste Ecke kam..



Ich war also doch schon so ziemlich ans Ende der Zivilisation gelangt, obwohl es weiter nördlich tatsächlich noch einige Städte und Siedlungen gibt-allerdings kann man dort, wenn der REGEN anfängt, auch schonmal völlig abgeschnitten sein. Ausserdem gibt es dort dann keine normale Stromversorgung mehr, denn der Strom wird nur durch Dieselgeneratoren erzeugt. Ganz zu schweigen von Handyempfang, welchen es schon zirka 30km vor Cape Trib nicht mehr gibt (jetzt wisst ihr auch, warum ich nicht auf SMS antworten konnte).
Auf jeden Fall gab es in der Nähe der Flussquerung im Wald einen natürlichen Swimmingpool, in welchen ich mich erstmal gestürzt habe. Was ganz witzig war: in dem Fluss waren kleine Fische, die mir erstmal den Rücken saubergeknabbert haben. War wohl mal wieder nötig...

Am nächsten Tag (Sonntag) startete ich von Cape Trib aus meinen Rückzug aus einem der wenigen Gebiete in Australien, an denen der Regenwald direkt ans Meer grenzt. Also Richtung Süden. Aber den selben Weg wieder zurück? Natürlich nich?! Lieber durch die Atherton Tablelands, welche sich westlich von Cairns befinden. Der Aufstieg war so ziemlich das schlimmste, was mir in 28 Jahren auf Fahrrädern so bisher passiert ist-erstens handelte es sich um einen 8km langen, echt steilen Anstieg für den ich über 1,5 Stunden gebraucht habe, zweitens bin ich Vollidiot genau über die Mittagszeit unten losgefahren, sodass ich die ganze Zeit über kaum Schatten von den Bäumen abbekommen habe (wie blöd muss man eigentlich sein...) und drittens hat mein Puls leider nur einen Gang und kann irgendwann einfach nicht mehr schneller...Aber irgendwann war ich ja dann doch oben angekommen, doch bis in den ersten Ort waren es nochmal ungefähr 30km. Und nun fing es an zu REGNEN. Heftigste Niederschläge füllten innerhalb weniger Sekunden meine Schuhe bis zum Anschlag mit Wasser. Bloß gut, dass es trotz allem warm bleibt, sodass der Regen bei weitem nicht so unangenehm ist wie meistens in Deutschland. Also komplett durchnässt in Mount Molloy angekommen, welches auf meiner Karte ziemlich groß aussieht, jedoch nur ein einziges Hotel und vielleicht 20 Häuser zu bieten hat. Da ich schon über 100km hinter mir hatte blieb ich also für diese Nacht im Hotel.
Am nächsten Tag (Montag) ging es -natürlich REGNETE es- über Mareeba bis nach Atherton, wo ich wieder in einem Hotel abstieg. Dieses war sogar richtig nett, alle anderen ware.n bisher nur alt gewesen, dieses jedoch war alt UND schön Am Dienstag, so hatte ich mich gefreut, würde es dann von Atherton aus nur noch bergab gehen und ich könnte mich vielleicht etwas erholen...aber daraus wurde leider nichts. Es ging zwar die meiste Zeit bergab (wie das auch sein sollte, wenn man von einer Hochebene ins Flachland fährt), jedoch ging es zwischendurch auch immer wieder ziemlich heftig bergauf. Und, ach ja, es...REGNETE! Es war also mal wieder Zeit, sich mit dem einen oder anderen Fluch den Frust aus dem Hirn zu entfernen. Letztendlich erreichte ich dann wieder den Küstenhighway, welchen ich ja schon auf dem Weg nach Norden befahren hatte. Ich stoppte für diese Nacht kurz vor Tully im Feluna Hotel. Mittwoch, ich denke es ist fast unnötig zu erwähnen, aber es REGNETE, startete ich extra früh, da ich aufgrund des sehr heftigen REGENS ab 6h nicht mehr weiterschlafen konnte. Es ging bis nach Ingham, wo ich wieder im East-Ingham-Hotel abstieg, welches mit seinen 15$ pro Nacht einfach absolut konkurrenzlos ist. Wahrscheinlich aber auch mit den hygienischen Zuständen im Nassbereich...
Kurz vor Ingham war dann die Straße überflutet und ich habe einem Autofahrer geholfen, sein wegen zu viel Wasser von unten stehengebliebenes Auto aus dem Wasser zu schieben. Das Wasser war zu diesem Zeitpunkt etwa 40cm hoch auf dem Highway, sodass ich mit dem Rad zwar gerade noch so durchkam, allerdings waren meine Schuhe dabei meistens komplett unter Wasser. Ich war also sehr froh, als ich in Ingham endlich in meine Sandalen steigen konnte. Abends hörte ich dann noch eine ganze Weile, wie der REGEN immer stärker wurde. Am Morgen dachte ich zuerst, der REGEN hätte aufgehört, jedoch stellte sich bei genauerem hinhören heraus: still raining...Ich schaltete mein Radio ein und hörte gleich, dass im Umkreis viele Schulen heute ausfielen und Leute nicht zur Arbeit konnten. Fakt ist, dass der Highwayabschnitt, über den ich gestern noch nach Ingham gekommen war, wohl kurz nach mir gesperrt worden war und es wohl auch so aussah, dass es die nächsten 48 Stunden weiter REGNEN sollte und sehr wahrscheinlich auch der Highway weiter in Richtung Townsville bald gesperrt würde. Also rauf aufs Bike und raus in den REGEN... Auf den ersten 10km raus aus Ingham musste ich bestimmt insgesamt 2-3km durch Wasser fahren, von 2cm bis 40cm Tiefe. Hier ein kleiner Eindruck der Geschichte:



Das beste Ereignis (wahrscheinlich nicht für alle Beteiligte)war heute der zum Glück glimpflich (boah sieht das Wort mal wieder komisch aus!) verlaufene Zusammenstoß zwischen mir und einem kleinen Wallaby: Ich fuhr grade relativ relaxed den Highway entlang, der aufgrund der Sperrrungen hinter mir fast mir alleine gehörte und plötzlich, ich hatte grade auch noch meine Trinkflasche in der Hand, kam dieses kleine hüpfende Tier plötzlich vom Straßenrand genau vor mein Vorderrad, sieht mich, rutscht auf der nassen Straße aus, haut sich mächtig den Schädel irgendwo an meinem Rahmen an und hüpft hinterher äusserlich unversehrt davon...
Hier in Townsville ist eigentlich alles überschwemmt was geht. Bin nun für 3 oder 4 Nächte hier in einem echt angenehmen Backpacker-Hostel und erhole mich für den Trip durch das Outback, welcher dann über Charters Towers, Mount Isa, Three Ways und Katherine bis nach Darwin gehen wird.

Das wärs dann erstmal für heute, kann nicht mehr tippen :-)

Viele Grüße aus Townsville
Kai

Donnerstag, Januar 25, 2007

Kap der Leiden+Strasse der Leiden

Hey Buddies!

Heute bin ich schon wieder etwas besser drauf, aber gestern war echt mal wieder so ein Tag, den man besser schnell wieder vergessen moechte...bis auf ein paar wenige wirklich schoene Sachen!

Nachdem ich froh war, endlich aus der Grossstadt Cairns entflohen zu sein und in Richtung Port Douglas unterwegs war ging es alles noch bestens. Nach zirka 75km erreichte ich den Ort, der doch ziemlich auf den Geldadel ausgelegt ist. Das war dann natuerlich nicht so wirklich was fuer mich, sodass ich in einem Kiosk, wo ich mir ein Eis goennte, danach fragte wie weit es denn so ungefaehr bis nach Cape Tribulation sei. Die Antwort kam prompt und ohne zoegern von der netten Frau hinterm Tresen: 30 bis 40 km sollten es noch sein. Das hoerte sich doch gut an und ich fuhr (noch) munter gelaunt weiter.
Bis ich dann nach etwa 20 km das Schild mit den Distanzen zu den naechsten Orten erblickte und darauf 65km angegeben waren!!!
So ein Mist dachte ich, aber da ich nun schonmal auf dem Weg war und vorher auch nix anderes mehr kam, beschloss ich trotzdem weiterzufahren.
Was ich nicht ahnen konnte, da ich leider keine topografische Karte habe, war, dass das letzte Stueck vor dem Kap der Leiden nicht nur fuer Seefahrer zur Hoelle werden kann-nach einer gemuetlichen Faehruebersetzung ueber den Daintree-River folgte ein Anstieg, der sich auch bestens fuer die Tour de France oder so eignen wuerde. Ich musste also ein paar mal stoppen, damit sich mein Puls wieder unter 200 beruhigen konnte und das eine oder andere gefluesterte Schimpfwort konnten die Tiere im Regenwald wohl vernommen haben. Zum lauten Fluchen fehlte einfach die Puste. Ich kam aber zum Glueck noch grade so in der Daemmerung am PKs Jungle Villagte an und das ist ja die Hauptsache.

Die Umgebung hier ist absolut unberuehrt und in den Creeks(kleine Baeche, die ins Mehr muenden) soll es angeblich von Salzwasserkrokodilen nur so wimmeln. Die Maennchen koennen bis zu 5 Meter gross werden. Ich habe heute schon einen Spaziergang gemacht, konnte aber kein Krok entdecken :-( Aber ich werde schon noch eins ablichten, versprochen!

Morgen werde ich mal wieder ans Riff fahren um dort zu tauchen und zu schnorcheln :-)

Leider habe ich nicht viel Internet fuers Geld bekommen hier, deshalb muss ich leider schon Schluss machen-gerne gibt es aber natuerlich persoenliche Berichterstattung mit Foto-Praesentationen bei mir zuhause :-) Ich geniesse es natuerlich, hier zu sein und das alles zu sehen/zu erleben, aber ich freue mich trotz allem schon tierisch auf zuhause und natuerlich auf euch alle! (obwohl bis auf einige Kommentareschreiber wohl keiner mehr hier mitliest?!?) :-)

Viele Gruesse aus dem Dschungel
Kai

Dienstag, Januar 23, 2007

Cairns

Hallöchen!

Nach einer längeren Dürreperiode bezüglich ausführlicher Reiseberichte meinerseits melde ich mich heute aus Cairns, wo ich höchstwahrscheinlich bis Mittwoch oder Donnerstag bleiben werde.

Ausser dass ich mittlerweile schon wieder 2 Zeltstangen-Schäden erleiden musste, ist eigentlich nix wirklich Schlimmes passiert. Also die Firma Salewa kriegt von mir vielleicht mal einen Brief wenn ich wieder in Deutschland bin, da werden denen die Ohren flattern (und das nicht nur wegen der vielen Schimpfwörter und Flüche ;-) !

Aber nun zu den schöneren Dingen, die mir widerfahren sind:

Mein erster Tauchgang nach dem bestandenen Tauchkurs war ein echtes Erlebnis: Ich war mit Robert aus Dachau, der auch den Kurs mit mir zusammen belegt hatte, direkt vor der Küste von Magnetic Island "unten". Und zwar liegt dort das Wrack der "Moltke", welches früher mal ein deutscher Kohlefrachter war. Nachdem es irgendwo in der Nähe auf Grund gelaufen und gesunken war wurde es dann vor die Küste geschleppt und nun gibt es zahlreiche Korallen und viele Fische dort zu sehen.

Diese Kollegen haben schoen still gehalten als ich vorbeikam...


Kennt ihr "Findet Nemo? Das hier ist so einer, der sich immer aufpumpt in den unangebrachtesten Situationen ;-)
(Leider etwas unscharf, ich weiss...)


Mal wieder ein sehr gut getarnter Fisch am Boden


Dieser hier hatte mindestens einen Durchmesser von 40cm!!!

Am Tag nach dem Tauchgang machte ich mich weder auf in Richtung Festland, wobei sich dies wesentlich leichter anhör, als es tatsächlich war-es musste nämlich erst mal wieder die teils 14%ige Steigung gemeistert werden um auf die andere Seite der Insel und somit zum Fähranleger zu gelangen!

Ach ja, ganz vergessen dass ich gleich am zweiten Tag auf Magnetic Island eine Wanderung mit Spencer aus Kentucky/USA gemacht und waehrenddessen meine ersten zwei Koalas in freier Wildbahn gesehen habe! Hatte schon gedacht, dass wird gar nix mehr...

Vor wunderschoener Kulisse gaehnte er vor sich hin und liess sich von uns nicht wirklich stoeren

Ich schaffte an diesem sonnigen Tage 137km bis nach Ingham, wo ich nach kurzer Suche ein absolut günstiges "Hotel-"Zimmer für nur 15$ gefunden habe! Und das ganze auch noch mit KLIMAANLAGE! Die braucht man hier im Norden Queenslands auch auf jeden Fall, sonst kriegt man schon allein aufgrund der extrem hohen Luftfeuchtigkeit den Knall. Von den Temperaturen mal ganz abgesehen... Komischerweise stört mich das allees auf dem Fahrrad nicht wirklich, da ich dort sowieso tierisch schwitze und der Wind in Verbindung mit dem Schweiss tatsächlich eine ganz enorme Kühlleistung auf der Haut erbringt. Also kurzgesagt, ich hatte lange nicht so ein angenehmes Schlafklima wie im East-Ingham-Hotel :-)

Am nächsten Tag ging es weiter bis nach Tull,. In dieser Stadt wurde die bisher höchste Regenmenge pro Jahr in ganz Australien erreicht: 7,9 Meter! Zum Glück hat es über Nacht nur für eine halbe Stunde oder so geregnet, sodass ich morgens mein Zelt in halbwegs trockenem Zustand wieder einpacken konnte.

Dann ging es weiter über Mission Beach -ein kleiner Abstecher von 45km direkt an der Küste entlang- bis nach Innisfail. Auf dieser Strecke habe ich sowohl meinen ersten Dingo in freier Wildbahn gesehen als auch den ersten Cassowary. Ein Cassowary ist ein grosser Laufvogel, der auch als für Menschen gefährlichster Vogel der Welt gilt. Er ist so gefährlich, da er wenn er sich in die Enge getrieben fühlt, gerne mal ZITAT FRAU IN VISITORS-INFORMATION: seine riesige mittlere Kralle am Fuss als Reissverschluss benutzt. Allerdings nur in die eine Richtung. Dementsprechend wenig motiviert war ich natürlich, neben dem Kollegen am Strassenrand anzuhalten um Fotos zu knipsen, sondern hab dann doch lieber Druck auf die Pedale ausgeübt um wegzukommen...

In Innisfail wollte ich mir eigentlich ein Quartier für die Nacht suchen, doch dort gab es absolut gar nix! Da letztes Jahr dort ein grosser Zyclone hier aufgeräumt hatte, waren alle günstigen Zimmer nun noch immer an Handwerker zwecks Wiederaufbau vermietet. Und dabei hatte ich mich schon so darauf gefreut, nach nur 85km vom Rad absteigen zu könne-. Also musste ich bei ziemlich starkem Gegenwind noch weiter fahren. Ich hatte mich schon mit meinem Schicksal abgefunden und suchte schon nach einem passenden Feldweg, auf welchem ich mein Zelt hätte aufbauen können, doch dann kam das Miriwinni-Hotel, wo ich mein Zelt im Garten für 10$ aufstellen durfte. Nachdem ich zum Abendessen gleich zwei der vorzüglichen Hamburger mit Pommes verdrückt sowie zwei Dosen meines Lieblings-Mischgetränks ;-) hinter mich gebracht hatte, begannn es so stark zu regnen, dass ich mich gar nicht dagegen wehren konnte, nun doch ein Zimmer für keine Extrakosten für die Nacht vom Boss und seiner Frau spendiert zu bekommen! Er hatte mir zuvor auch schon ein Bier für 20 Cent Vorzugspreis verkauft, weil er früher wohl auch viel mit dem Fahrrad herumgereist war, als er noch in England lebte...also wieder eine sehr angenehme Nacht-zwar diesmal ohne Klima, aber es war auch nicht sooo heiss, weil es draussen fast die ganze Nacht geregnet hat.

Am Morgen hatte ich dann noch 70km bis nach Cairns vor mir, wo ich auf jeden Fall ein paar Tage verbringen wollte. Auch diese Strecke hatte ich fast die ganze Zeit über "Headwinds", was 1.mich sehr aufregte und 2.auch sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit sein soll. Normalerweise gibt es in der Regenzeit, welche hier übrigens nur "the Wet" genannt wird, wohl eher südliche Winde und nicht wie derzeit Nordwinde.
Naja, Hauptsache ich bin überhaupt angekommen. Die letzten 2 Stunden hat es fast durchgehend geregnet, was bei den Temperaturen eher eine nette Erfrischung als ein Laster darstellt. Untergekommen bin ich in einer Art Jugendherberge. Wahrscheinlich werde ich morgen mal schauen, ob ich von hier aus eine Bootstour zum äusseren Great-Barrier-Riff mache. Natürlich nur was mit Tauchgang dabei ;-)
Über dieses hinaus bin ich noch relativ planlos, wo es als Nächstes hingehen wird. Ich könnte die Ostküste noch weiter nach Norden fahren bis zum Cape Tribulation (Kap der Leiden!) oder aber mich auf den Weg in Richtung Darwin machen und dazu in westliche Richtung durchstarten...habe mich dazu entschlossen, erstmal bei dem grössten Automobilclub hier vorbeizuschauen um mich nach der für mich geeignetsten Route durchs Outback zu erkundigen. Eventuell muss ich sogar wieder zurück nach Townsville, da von dort aus ein grosser Highway in Richtung Westen abgeht.

Soweit wäre das erstmal alles (natürlich in der entsprechenden Kurzform) was ich zu berichten habe.

Ach ja, der Tacho zeigt nun nach etwas mehr als 2 Monaten 3740 Kilometer an :-)

Viele Grüsse an alle
Kai

P.S.: An alle, denen ich eine E-Mail versprochen habe-es tut mir leid, aber die klappen hier überhaupt nicht von meinem Gerät aus. Irgendwie filtern die Internetbetreiber bestimmte Adressen raus, sodass ich nix versenden kann :-(


Und hier nochmal ein Foto meines Bikes! Einige Leute machen sich ja schon Sorgen, ob wohl die Flagge noch dran ist... (@T.S. aus Lue...... ;-)


Mittwoch, Januar 17, 2007

Keinerlei Empfang auf Magnetic Island...

Hallo Leute!
Heute kann ich mich nur ganz kurz melden, da ich nur eine halbe Stunde Internet frei habe.

Bin seit Samstag(oder Freitag?) auf Magnetic Island, diese Insel liegt direkt vor Townsville im Meer.
Habe ganz kurzfristig entschieden, hier meinen Tauchschein zu machen, da mir ein sehr gutes Angebot ueber den Weg gelaufen ist inklusive Unterkunft und ein paar Mahlzeiten. Und heute hat der Kurs fuer mich ein erfolgreiches Ende gefunden, sprich ich bin seit heute zertifizierter Open Water Diver! Danke fuer den Applaus ;-)

Morgen mache ich noch zwei Tauchgaenge alleine, die Ausruestung dafuer war bereits im Kursbeitrag enthalten. Und am Freitag werde ich mich wieder in Richtung Faehre begeben um dann weiter in Richtung Norden zu radeln.

Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, gibt es hier keinerlei freies W-LAN geschweigedenn ordentlichen Handyempfang. Also bloss gut, dass in meinem Tauchpaket wenigstens 30Minuten Internet enthalten waren :-)

Demnaechst(vom Festland aus) gibt es auch mal wieder ein paar Fotos und etwas mehr Bericht...

Viele Gruesse
Kai

Montag, Januar 08, 2007

Es war super auf der "PRIMA" !!!

Hallo an alle!

Ich melde mich heute aus Airlie Beach, wohin ich am Donnerstag auf 158 harten Kilometern geradelt bin. Ich muss sagen...mehr geht nicht an einem Tag!

Am Donnerstag war ich natuerlich ganz schoen kaputt und bin nach den obligatorischen Nudeln gleich ins Bett gefallen.

Am Freitag bin ich dann ins Zentrum marschiert um mich nach einer Segeltour umzuschauen. Das sollte ein absolutes Muss sein, wenn man hier in der Naehe ist, also habe ich nach einem Last-Minute-Angebot gefragt. Habe mich dann fuer eine 2-Tage 2-Naechte-Tour mit der "Prima" entschieden. Auf dem Programm stand etwas von Schnorcheln und Bushwalking und von relaxen - da war ich natuerlich gleich angetan... ;-) Und das beste war, dass es schon am naechsten Tag losgehen sollte!

Also habe ich am naechsten Tag gutgelaunt auf der PRIMA eingecheckt, mit mir nur 9 andere Passagiere. Es haetten noch zwei mehr sein koennen, aber ich frage mich ernsthaft, wo die haetten schlafen sollen???

Die PRIMA ist 14 Meter lang und hier seht ihr ein Foto, welches ich aus dem Wasser aufgenommen habe:

Wir sind insgesamt 3mal schnorcheln gewesen und es war wie immer FANTASTISCH!!!
Diesmal habe ich auch wieder einen Hai gesehen, dieser war jedoch um einiges groesser als der letzte und auch sehr scheu, sodass ich ein Riesenglueck hatte, ihn auf dem einzigen Foto welches ich von ihm machen konnte so scharf draufzuhaben :-) Meine Laune war auf dem Hoehepunkt, zudem unser Skipper mir vorher fast die Motivation genommen hatte. Er hatte naemlich behauptet, die Wahrscheinlichkeit einen Hai zu sehen tendiere gegen 0...
Und hier ist er:

Es gilt wie letztes Mal und auch bei allen folgenden Fischen...wer mir naeheres ueber ihn erzaehlen kann, bitte per Kommentar um Aufklaerungsarbeit ;-)

Ausserdem habe ich noch das bisher meiner Meinung nach technisch beste Fisch-Foto dieses Urlaubes geschossen. Der folgende dicke Brocken hat sich unter dem Felsen im Schatten anscheinend grade erholt und hielt erstaunlich still, als ich vor ihm umhertauchte um ihn aufzunehmen...

Und auch dieser hier war nicht grade ein kleiner Zeitgenosse!

Zwischendurch waren wir auch noch an Whitehaven Beach, wo man wirklich seinen Augen das Vertrauen entziehen moechte...ein richtig atemberaubender Anblick, diese Farben sind einfach unglaublich! Natuerlich ist auch der junge(?)Herr nicht zu verachten, der sich aufs Foto geschlichen hat ;-)


Die letzte Nacht auf Heute haben wir an einer Sandbank geankert und es war totale Windstille. Das bedeutete: keinerlei Durchlueftung unter Deck. Und daraus folgte: Ich habe auf Deck geschlafen...direkt unter dem von Sternen uebersaehten Himmel! Und heute morgen habe ich dann gegen 5h30 den Sonnenaufgang miterlebt-und das war auch richtig schoen, fast so viele Farben am Himmel wie am Whitehaven-Beach...

Also dieser Trip war ein echter Volltreffer muss ich sagen und ich wuerde es immer wieder machen!

Morgen werde ich, DA HEUTE ENDLICH MEINE ZELT-ERSATZTEILE ANGEKOMMEN SIND, weiter in Richtung Townsville aufbrechen.

Viele Gruesse + bis zum naechsten Bericht
:-)

KAI

Montag, Januar 01, 2007

Immernoch Mackay!

Das wichtigste zuerst:
HAPPY NEW YEAR!!!

Ich bin hier in Mackay auch gut reingerutscht(ich setze mal einfach voraus, dass ihr das auch alle hinbekommen habt!) und hatte mächtig Spass gestern abend!

Am Freitag hat die Sache mit meiner Tour in den Regenwald tatsächlich geklappt! Ich hatte Glück,dass noch ein Päärchen (schreibt man das wirklich so?) bereits seit längerer Zeit auf die Tour gewartet hatte, sodass wir auch zu dritt gestartet sind, obwohl eigentlich mindestens 5 Leute zusammenkommen müssen. Die beiden sind Julia aus Hamburg und Julian aus Frankreich und wir hatten viel Spass den Tag über. Los ging es um halb 12h mittags und der erste Stopp mit dem 18sitzigen Bus war eine Pie-Bäckerei mit Restaurant, wo wir sehr köstlich geluncht haben. Es gab Pie(Blätterteigkuchen) gefüllt mit Käse, Speck und Steakstückchen-was typisch australisches eben. Danach sind wir zur Finch Hatton Gorge gefahren, wo wir zirka 1,5km durch den Regenwald gewandert sind, um schliesslich an einen Wasserfall mit kleinem See zu gelangen.

Hier oben der Regenwald und unten der Wasserfall

Hier haben wir dann für eine halbe Stunde im glasklaren Quellwasser, welches sehr angenehm temperiert war, gebadet. Dort gab es auf den Felsen rundherum unter anderem auch Blutegel, die keine Gelegenheit ausliessen sich irgendwo an mir festzusaugen. Auf dem Weg durch den Wald haben wir einige interessante Tiere gesehen-zum Beispiel eine echt schrill gefärbte Fliege, von der ich mit meiner richtigen Kamera ein sehr geiles Nah-Foto gemacht habe. Und zwei grosse Echsen waren auch noch unterwegs-mindestens 85-100cm lang.
Im Anschluss an die Erfrischung ging es auf einen echt sehr schön auf einem Hügel mitten im Regenwald gelegenen Campingplatz, von welchem aus man eine atemberaubende Aussicht geniessen konnte. Und dann schliesslich waren die Schnabeltiere dran. Wir fuhren zu einem Flussabschnitt des Broken River und warteten dort bestimmt 40 Minuten, bis sich das erste scheue Tierchen an der Wasseroberfläche blicken liess. Später sahen wir an einer anderen Stelle noch ein zweites dieser auf der Welt einzigartigen Lebewesen. Es gibt Schnabeltiere nur auf dem australischen Festland sowie auf der südlich vorgelagerten Insel Tasmanien, aber hier im Eungella Nationalpark sind sie wohl am einfachsten überhaupt zu beobachten.
Abends um 19h endete die Tour wieder direkt vor unserer Herberge.
Im nachhinein bin ich sehr froh, dass ich nicht mit meinem Rad, wie ursprünglich geplant, in den Park gefahren bin, denn die letzten 10km waren echt tierisch steil. Da wäre ich bestimmt nicht hochgekommen. Also alles richtig gemacht. :-)

Den nächsten Tag vertrieb ich mir mit einem Spaziergang durch die Stadt, welche mir echt sympathisch ist-die Leute sind alle sehr nett und...naja es gefällt mir halt einfach hier!

Den gestrigen Abend habe ich erst hier in der Herberge verbracht mit Julia, Julian sowie Fergus aus Schottland und Karolin aus Dänemark und zum Jahreswechsel-es hatte grade aufgehört zu regnen-sind wir dann zusammen ins Stadtzentrum gegangen, wo Livebands auf der Straße sowie in den Pubs und Clubs gespielt haben. Wir sind dann nach einem sehr mikrigen Feuerwerk in einen Club gegangen um noch ein wenig zu tanzen. Dort habe ich mich mit einem Aussie unterhalten,der gleich wissen wollte woher ich komme. Als ich ihm sagte, dass ich aus Deutschland bin,rief er seine Freundin dazu. Sie hiess Jessica und war mit 2 Jahren mit ihren Eltern von Bremerhaven aus nach Australien ausgewandert...sie konnte sogar ein wenig deutsch sprechen und wir unterhielten uns dann noch ein wenig, bevor wir Herberg'ler uns dann irgendwann auf den Heimweg machten.

Heute morgen hat uns (Fergus und mich) Russel, der Manager des Hostels gefragt, ob wir nicht 2 Stunden bei Bob, dem Besitzer des Hostels im Garten arbeiten wollen um dafür eine Nacht umsonst weiter hier zu wohnen. Da es mir hier ja sowieso gefällt habe ich sofort zugesagt und Fergus geht es anscheinend ähnlich, sodass wir wenig später (noch ganz leicht verkatert) Palmzweige am Haus gestutzt haben. Morgen ist auch noch was zu tun, sodass sich mein Aufenthalt um weitere 2 Tage verlängert.
Mittlerweile stellt Russel mich neuen Gästen schon als "Local" vor und ich muss mir hier mittlerweile auch so einige Witze anhören nach dem Motto: "Kai is doch im März noch immer in Mackay" :-)
Aber dazu wird es bestimmt nicht kommen, dafür hab ich einfach noch ein paar Hummeln zuviel im Hintern ;-)

So, nun werde ich mich gleich mal ins Bett knallen, denn irgendwie war die letzte Nacht nicht wirklich lang...zumindest der Schlafanteil!

Viele Grüße+lasst doch nicht so böse bei den Kommentaren nach ;-)

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Kai ist in Mackay!

Mensch, das waren erste echt einsame Kilometer sag ich euch..
.
Aber von vorne:
Nachdem ich von Yeppoon aus in sängender Hitze aufgebrochen war, wurde das Wetter über den Tag immer bedeckter, bis ich nach einer echt sehr öden Tagesetappe mit 145km nach Marlborough kam. Die Fahrt hatte eigentlich nur zwei Highlights: ein Positives und ein Negatives. Das Positive waren zwei nette Deutsche, die mich in ihrem,Miet-Smart anhielten und mit denen ich mich ein paar Minuten echt sehr nett unterhalten habe :-)
Das Negativhighlight waren die 3 Stunden Regen danach.
Also ich dann schliesslich Marlborough erreicht hatte, mussten meine erschöpften Augen am einzigen Laden im Dorf lesen, dass dieser aufgrund der Weihnachtsfeiertage doch noch einige Tage geschlossen blieb. Was die 17 Bewohner wohl bis zur Wiedereröffnung machen sollen fragte ich mich... ;-)

Also hatte ich quasi keine Wahl und musste in das an meinen Campingplatz angeschlossene Restaurant gehen. Hatte mich anfangs sehr über den sehr günstigen Preis für den Zeltstellplatz (10$) gefreut, doch nach dem von mir höchstgenüsslich verspeisten Truckies-Mixed-Grill hatte sich das mit dem günstig für diesen Tag erledigt.

Die Nacht war abgesehen von ein bisschen leichtem Regen eigentlich sehr angenehm und auch kühl, sodass ich am nächsten Morgen gut erholt sehr früh (7h30) durchgestartet bin. Und dieses war der erste Tag, an dem mir eigentlich die ganze Zeit echt kalt wa?! Es war halt die ganze Fahrt über bedeckt und auch gab es ständig zwischendurch wieder Schauer von oben. Und eben dieses Wasser von oben machte dann auch meinem Tacho zu schaffen, welcher zwischendurch mal eben für zirka 35km den Dienst einstellte! Ich muss sagen, so langsam zweifle ich ein wenig an "Made in Germany"-Produkten... Infolge dessen kann ich die Tagesetappe nur schätzen auf ungefähre 125km bis nach Clairview. Auf dem Weg dorthin habe ich mich eine halbe Stunde auf einem Free-Coffee-Parkplatz aufgewärmt ud einen ebenfalls kostenfreien Tee getrunken. Hier gibt es grosse Probleme mit einschlafenden Auto- und Truckfahrern, dass es auf besonders langweiligen Abschnitten solche "Driver-Reviver"-Stätten gibt. Hier erfuhr ich auch von den ehrenamtlich hier Tätigen, dass es nur wenige Kilometer vor Marlborough an diesem Morgen einen schweren LKW-Unfall mit zwei toten Autofahrern gegeben hatte. Bloss gut, dass ich mir das nicht ansehen musste. Habe heute ein Foto in der Zeitung gesehen und es sah echt übel aus...
In Clairview angekommen habe ich mir erstmal 3(!)Portionen Tüten-Nudeln gemacht und mich nach weiteren zwei Eis am Stiel sowie 2 Schokoriegeln in mein tolles 30$-Zelt gelegt. Toll sage ich deshalb, weil es DIE GANZE NACHT DURCH DIE DECKE GEREGNET HAT!!! Ich war echt kurz vorm verzweifeln, aber habe mich dann meinem Schicksal hingegeben und versucht einfach die Zähne zusammenzubeissen sowie mir die Zeit mit zahlreichen Flüchen auf die Firma SALEWA(Deutschland), ihre Zelte-Entwickler sowie deren Familien zu vertreiben. Zum Glück bin ich dann trotz ständigem Tropfen auf Rücken und Arme doch irgendwann eingeschlafen...

Heute morgen bin ich dann weiter in Richtung und mit Ziel Mackay aufgebrochen. Nach 30km habe ich dann mein Frühstück in Form von Keksen zu mir genommen-hätte ja gerne was anderes gehabt, aber es gab in Carmila nur einen Laden und echt nix Vernünftiges!
Also bin ich gegen späten Nachmittag sehr dürftig genährt nach Mackay gekommen, wo ich nach meiner Ankunft im Backpackers bei SUBWAY gleich mal 2 Sandwiches verputzt habe. Ins Backpackers bin ich erstens wegen dem nicht sehr beständigen Wetter und wegen dem unheimlich starken Bedürfnis nach einem richtigen Bett gegangen. Und es ist richtig nett hier-nur ganz wenig Gäste hier und deshalb alles sehr ruhig und persönlich. Und eventuell, wenn sich genug Leute zusammenfinden, fahre ich schon morgen in den Eungella-Nationalpark um dort Schnabeltiere zu beobachten. Mal sehen ob es was wird...

Übrigens bin ich mittlerweile Experte in Sachen Anatomie überfahrener Tiere der Australischen Wildnis. Bestimmt jeden Kilometer mindestens ein Känguruh, eine Schlange, ein Hase oder sonstwas sieht man hier am Strassenrand liegen. Und von den süsslich-moderigen Gerüchen möchte ich mal gar nichts näheres berichten...

Auf der Strecke von Rockhampton nach Marlborough bin ich übrigens zum ersten mal von Vögeln fast angegriffen worden. Eigentlich wurde ich eher in sehr geringer Distanz patroulliert, allerdings habe ich dies erst bemerk, als mich das Geräusch eines nahe hinter meinem Kopf zu hörenden Flügelschlages aufschreckte. Es muss wirklich sehr nahe gewesen sein, also war eine Berührung nicht mehr weit! Bei dem Vogel handelte es sich um so einen ähnlichen wie die Elster in Deutschland. Hatte von deren Antipathie gegenüber Radfahrern bereits im Internet gelesen, doch bisher hatten sie mich in Ruhe gelassen...

So, muss ins Bett jetzt. Bin echt kaputt nach den letzten 3 Tagen!

Bis bald :-)
Kai

Sonntag, Dezember 24, 2006

Besser mit Verspätung als nie...

Das Foto sagt an und für sich schon alles: Frohe Weihnachten (nachträglich)
euch allen!!!

Bin heute in Yeppoon, nur 50km entfernt von Rocky, aber diese kurze Strecke habe ich mir zu Weihnachten gegönnt. Bleibe hier für zwei Nächte, bevor dann ein ziemlich öder Inlands-Abschnitt auf mich wartet.

Viele Grüsse und feiert schön!
Kai

Samstag, Dezember 23, 2006

Meine heutige Kolumne kommt aus Rockhampton, wo ich dann doch mal wieder per 150km-Ritt gelandet bin, ohne vorher irgendwo auf dem Weg Halt zu machen. Kam halt einfach nix nettes.
Und ich muss sagen, es ist genauso wie in meinem Lonely Planet beschrieben: Rockh.mpton ist eine grosse Portion Land und eine kleine Portion Stadt. Sehr überschaubar das Ganze und echt nette Leute.

Gleich bei meiner Ankunft wurde ich von Ute aufgrund meiner schwarz-rot-goldenen Flagge am Heck angesprochen und glatt von ihr und ihrem Freund Thoralf eingeladen mit auf den Mount Archer genommen, von welchem man einen super Ausblick über Rocky und den Fitzroy-River hat, welcher hier entlang fliesst. Und hinterher haben die beiden mich noch mit ins Criterion-Hotel genommen. Hotels sind hier aber nicht vornehmlich zum nächtigen da, sondern sind Bars mit ein paar Zimmern. Also wurden einige Biere getrunken und dann doch etwas beschwipst ins Zelt geklettert.

Am nächsten Morgen hatte Ute bereits die Besichtigung der sogenannten "Capricorn-Caves" gebucht und zum Glück gab es auch noch einen freien Platz für mich. Diese Höhlen liegen etwa 25km ausserhalb von Rocky und es gibt eine Besonderheit: in einem Abschnitt befindet sich ein natürlicher senkrechter Schacht in der Höhlendecke, durch den bei unbedecktem Himmel von Mitte Dezember bis Mitte Januar gegen Mittag die Sonne direkt in die ansonsten total dunkle Höhle strahlt. Zum Glück waren nicht allzuviele Wolken am Himmel, sodass wir einige Male dieses natürliche Spektakel miterleben konnten! Zur Verstärkung des so schon beeindruckenden Phänomens wurde eine Discokugel in den Lichtstrahl gehalten, sodass die ganze Höhle mit kleinen, extrem hellen Lichtpunkten übersäht war.



Es gibt wohl auch eine Legende, dass wenn man sich in dem Lichtstrahl küsst, man für ewig zusammenbleiben wird. Und das hat sich einer der Führungsteilnehmer nicht zweimal sagen lassen und seiner Freundin bei der Gelegenheit einen Heiratsantrag gemacht-da war die Stimmung natürlich auf dem Höhepunkt!

Nach der Höhlenführung haben mich Ute und Thoralf sogar noch zurück zum Campingplatz gebrach!-Danke euch Beiden nochmals!

Am nächsten, heutigen Tage habe ich mir dann endlich einmal ein wenig die Stadt angeschaut. Auch hier sieht man viele schöne alte Gebäude neben neuen. Ausserdem stehen ab hier nun überall Schilder mit Warnungen vor Krokodilen, sodass ich also heute den Pool des Campingplatzes benutzen musste. Wäre aber auch sonst irgendwie nicht so gerne in den Fitzroy-River gesprungen...

Weihnachten wird hier übrigens nur am 25sten Dezember gefeiert, also brauche ich morgen noch keine Kerze anzünden.
Nachdem ich mich hier nun ein paar Tage erholt habe, werde ich morgen entweder einen Abstecher in Richtung Küste machen oder in Richtung Marlborough direkt weiter nach Norden fahren. Ich denke aber eher, dass ich ans Meer fahren werde, damit ich Weihnachten etwas schöner verbringen kann.

Grüsse Kai

ps: die Höhlen heissen übrigens "Capricorn-Caves", weil hier durch Rocky der Wendekreis des Steinbocks verläuft. Gestern war zufällig hier auch noch die Sommersonnenwende-das heisst der längste Tag des Jahres.

psps: Meine Zeltteile sind noch immer nicht angekommen und ich habe mit Helga besprochen, dass sie sie mir nachsendet. Ein Problem weniger...

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